Hessenmeisterschaft

Der Unterhauner Jörn Hannes-Hühn bleibt im Snooker das Maß der Dinge

+
Hessenmeister Jörn Hannes-Hühn (rechts) und sein Finalgegner Patrick Dauscher, beide SC Breakers Rüsselsheim. 

Bad Hersfeld - Er ist noch immer derjenige, an dem sich alle anderen messen lassen müssen. Jörn Hannes-Hühn hat erneut einen Hessentitel im Snooker errungen.

Sein Spiel ist unbequem für die Gegner. Seine Taktik: „Kontrollierte Offensive, wie Otto Rehagel einst sagte.“ Will heißen, er spielt auf Sicherheit. „Große Serien schieße ich heute eher selten“, sagt der frisch gebackene Hessenmeister über seine Breaks. Gemeint ist eine Punktezahl, die ein Spieler erreicht, solange er durchgehend am Tisch ist.

Technisch sieht er sich auf einem höheren Level als in früheren Jahren, trotz der meist nur niedrigen Serien. „Entweder spiele ich verhaltener oder das Niveau ist einfach höher als früher“, sinniert der 43-Jährige.

Am letzten Januar-Wochenende fanden sich 31 Teilnehmer in Rüsselsheim ein, um Hessens Beste zu ermitteln. Der dortige 1. SC Breakers Rüsselsheim ist landesweit der einzige Verein, der auf Bundesebene vertreten ist. Natürlich ist Hannes-Hühn auch im Club gemeldet, nimmt am Ligabetrieb mittlerweile allenfalls sporadisch teil. „Die Entfernung von Unterhaun dorthin oder zu einem Bundesliga-Spiel auswärts ist einfach zu groß, um regelmäßig Mannschaft zu spielen“, sagt er.

Unter den Teilnehmern waren entsprechend viele Breakers-Spieler. „Das Teilnehmerfeld war verhältnismäßig stark. Insofern war es wohl ein Vorteil für mich, dass ich schon in der ersten Runde gegen einen Gesetzten spielen durfte“, sagt Hannes-Hühn, der 2018 nicht angetreten und in diesem Jahr ungesetzt war. 2:1 setzte er sich in seiner Auftaktrunde durch. Denkbar knapp, denn im abschließenden Frame fiel die Entscheidung erst nach dem Spiel auf die Farben.

Dieser Gegner war denn auch sein stärkster im Turnierverlauf. In den weiteren Runden gab er nicht einen Frame ab, spielte im Halbfinale gar eine 57er-Serie, die zweithöchste des Turniers.

Erst im Finale verlor er Frame eins und geriet erstmals in Rückstand. Hannes-Hühn musste mehr riskieren, erspielte eine weitere hohe Serie mit 53 Punkten. „Es lief ganz gut für mich. Ich hatte ein gutes Positionsspiel mit dem Spielball. Nach zwei überlegenen Durchgängen fiel die Entscheidung in Frame vier erst auf die vorletzte Farbe: Pink.

Mit dem Erfolg bei den Hessenmeisterschaften ist Hannes-Hühn bereits für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert. Diesen Titel hat er bislang noch nicht tragen dürfen. „Deutscher Meister - das wäre ein Traum“, sagt er.

VON MARK SLEZIONA

Kommentare