MEIN MOMENT

Walper erinnert sich an ein 4:0 – und ein Frühstück in München

Fußball: Karsten Walper (Mitte) im Trikot der SG Hessen Hersfeld. Links Christian Wiedner.
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In jungen Jahren: Karsten Walper (Mitte) im Trikot der SG Hessen Hersfeld. Links Christian Wiedner.

In unserer Serie „Mein Moment“ lassen wir in loser Folge Sportler von dem besonderen Moment in ihrer Laufbahn erzählen. Heute Karsten Walper, der 1995 mit dem SC Neukirchen in die Fußball-Regionalliga aufgestiegen war.

Bad Hersfeld – Und plötzlich sind sie in München. Zum Frühstück. Roland Borrmann, Norbert Rickert – und Karsten Walper, um den es in dieser Geschichte gehen soll. „Wie wir dahingekommen sind, weiß heute keiner mehr so genau“, erzählt der 52-jährige Walper lachend – und jeder kann sich nur allzu gut vorstellen, wie er das meint.

Es ist der Morgen des 29. Mai 1995. Tags zuvor ist der SC Neukirchen in die Fußball-Regionalliga aufgestiegen. Im Entscheidungsspiel entzaubern die Schwälmer die Amateure der Frankfurter Eintracht mit 4:0. In deren Reihen stehen unter anderem die späteren Bundesliga-Profis Matthias Hagner, Oka Nikolov, Thomas Reis und Thomas Sobotzik.

3500 Zuschauer – darunter etwa 1500 aus Neukirchen und Umgebung, viele aus Bad Hersfeld – sehen im Gießener Waldstadion die Treffer von Cakici (2) und Krämer (2). Mit Udo Jung, Heiko Englert, Michael Matthäei, Norbert Rickert und eben Karsten Walper tragen gleich fünf Hersfelder das Trikot der Schwälmer.

„Der Teamgeist hat uns damals stark gemacht“, erinnert sich Walper. Alle seien heute noch begeistert von dieser Zeit, berichtet er. Einmal jährlich organisiert Walper ein Treffen der Meistertruppe. Auch am Hallenturnier um den HZ-Cup in Hersfeld hat der SC Neukirchen regelmäßig mit einem Traditionsteam teilgenommen. „Da brauchst du eigentlich keinen zweimal fragen“, stellt Walper klar. Und ergänzt: „Das war die beste Zeit, die ich in meinem Fußballer-Leben erlebt habe. Sowas gibt’s nur einmal.“

Der gebürtige Obergeiser schwärmt von Trainer Karl-Heinz „Ede“ Wolf – einem großen Motivator – sowie Neukirchens sportlicher Führung um Manager Klaus Raabe und Präsident Jürgen Schwabe. „Das hat einfach alles gepasst.“

23 Jahre alt ist der Mittelfeldspieler, als er 1991 von der SG Hessen Hersfeld zum Landesligisten SC Neukirchen wechselt. 1992 glückt der Aufstieg in die Oberliga. 1995 geht’s dann hoch in die Regionalliga. Walper lernt in Neukirchen mit Niko Semlitsch eine Trainer-Ikone kennen und schätzen. Läuft mit Teamkollegen wie Zeljko Buvac, Volker Münn und Dirk Rammenzweig auf. „Das waren natürlich überragende Spieler – allem voran Volker Münn“, erinnert er sich gern.

Doch auch die schönste Zeit geht einmal vorbei. 1999 verlässt Walper Neukirchen nach dem Ábstieg aus der Oberliga und schließt sich für eine halbes Jahr Rotensee/Wippershain und danach wieder Hessen Hersfeld an. Das geht – sagen wir mal – nicht geräuschlos ab, weil beide Mannschaften damals um den Titel in der ehemaligen Bezirksliga (heute Kreisoberliga) spielen.

2003 beginnt Walpers Trainer-Laufbahn beim VfL Eiterfeld, mit dem er als Spielertrainer 2005 in die Verbandsliga aufsteigt. Es folgen Stationen beim SV Unterhaun, SG Niederaula/Hattenbach, TSV Kirchheim und noch einmal Unterhaun. 2018 zieht sich Walper von der Fußball-Bühne zurück.

„Ich hatte keine großen Verletzungen und bereue nichts. Es war eine schöne Zeit“, sagt Karsten Walper zufrieden. Auch wenn er nicht mehr so genau weiß, wie er an besagtem Morgen nach München gekommen ist.

Der Trainer Karsten Walper: Hier bei einer seiner Stationen beim SV Unterhaun.

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