Handball-Landesliga Frauen: Vermeidbare 22:24-Niederlage des Titelkandidaten in Dittershausen

FSG überraschend gestolpert

Lochte fünfmal ein: Martina Grau erzielte die meisten Feldtore für die FSG in Dittershausen. Trotzdem ging der Gast leer aus. Foto: Walger

Dittershausen. Das hatte gesessen! Frauenhandball-Landesligist FSG Rotenburg/Baumbach/Bebra verlor sein Auswärtsspiel bei der TSG Dittershausen mit 22:24 (11:10). Einzig Matthias Gerlich gab sich nicht wirklich überrascht. „Die Oberligaträume sind gestrichen“, stellte er nüchtern fest.

Auch wenn sich der Gästetrainer nach dem Schlusspfiff einigermaßen aufgeräumt präsentierte, musste die Wut über die vermeidbare Niederlage erst einmal raus. Mit diesem Weckuf an Team und Öffentlichkeit unterstrich er nochmals deutlich wie nie, dass der Spatz in der Hand wichtiger ist als die Taube auf dem Dach.

Gar nicht handzahm

Der Tabellensechste Dittershausen agierte zum Rückrundenauftakt indes alles andere als handzahm. Die Gastgeberinnen hatten allerdings schon in der Frühphase des Spiels das Glück, dass der Titelaspirant viel zu wenig aus ihren Möglichkeiten machte. Da stand die sehr weit vorgezogen agierende 6:0-Deckung des Kontrahenten im Weg, von der sich die FSG-Akteurinnen einfach nicht zu lösen vermochten.

„Ich hatte gesagt, dass wir unsere Spielzüge eben bei zehn Metern laufen lassen müssen, wenn die bei neun stehen. Aber wir waren immer wieder zu dicht dran und haben viel zu statisch gespielt“, konstatierte Matthias Gerlich - verbunden mit einem Lob an den Gegner für dessen richtigen taktischen Schachzug. Derartig unter Druck gesetzt, hatten seine Schützlinge reichlich technische Fehler fabriziert.

10:6-Führung

Dennoch sah es nach gut 20 Minuten gar nicht schlecht aus. Trotz schon zu diesem Zeitpunkt mangelhafter Chancenverwertung lag der Favorit immerhin mit 10:6 vorn. Aber schon in der Schlussphase des ersten Durchgangs begann sich die fehlende Durchschlagskraft zu rächen. Der Vorsprung schmolz bis zur Pause auf 11:10, und Gerlich war in der Kabine gar nicht wohl in seiner Haut.

Zu Recht, denn die Fehler seines Teams setzten sich in der zweiten Halbzeit unvermindert fort, während Dittershausen in der Offensive fast jeden Abpraller zu fassen bekam und zudem im Abschluss mehrfach – wie es Matthias Gerlich umschrieb - „das Glück des Tüchtigen“ hatte.

So wuchs die Unsicherheit der Gäste, bei denen die Torfrauen Katrin Schömann und Johanna Grein noch die beste Figur abgaben, minütlich. Es kam, wie es kommen musste. Über den 15:15-Ausgleich (42.) setzte sich Dittershausen bis zur 55. Minute auf 23:20 ab. Auch durch den jetzt schon fast verzweifelten Versuch einer 4+2-Deckung ließen sich die Gastgeberinnen, die noch im Hinspiel absolut kein Land gesehen hatten, nicht mehr aus der Erfolgsspur bringen.

Auch für die FSG ist die Rückrunde natürlich noch lang. „Dittershausen war schon immer ein komisches Pflaster für uns. Wir müssen jetzt einfach konzentriert weiterarbeiten“, forderte Matthias Gerlich.

FSG Rotenburg/Baumbach/Bebra: Schömann, Grein, Bähr – Wolf, Richter, Schweitzer, E. Golkowski (3), Berndt (3), C. Golkowski (3), Grau (5), Hohmeister (1), Andrei (5/3), Weyrauther (1), Einhorn (1).

SR: Nödler/Deist

Von Andreas Köhler

Quelle: HNA

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