Handball-Oberliga: Rücktritt trotz ansprechender Leistung beim 26:29 gegen Holzheim

TVH-Trainer Dietz gibt auf

Bringt sich immer besser ein: Hersfelds 17-jähriger Jugendspieler Philipp Jordan (rechts) steht im Rückraum schon erstaunlich gut seinen Mann. Foto: Eyert

bad hersfeld. Die Handballer des TV Hersfeld haben eine positive Reaktion gezeigt – zu Punkten hat es dennoch nicht gereicht. Beim 26:29 (16:15) gegen den TuS Holzheim lieferte das Schlusslicht der Oberliga allerdings eine ansprechende Leistung ab und rehabilitierte sich damit für das Debakel in Reinheim vom vergangenen Sonntag.

Die nicht einmal 150 Zuschauer, die in der Geistalhalle für eine Geisterkulisse sorgten, verabschiedeten die Blau-Weißen am Ende mit freundlichem Applaus in die Kabine. Dort teilte Trainer Reiner Dietz dem Team seinen Rücktritt mit. „Ich habe das Gefühl, dass die Stimmung in der Mannschaft nicht mehr so ist wie sie mal war und wie sie sein sollte“, erklärte er gegenüber unserer Zeitung. Dietz weiter: „Ich glaube nicht, dass ich die Jungs für den Rest der Saison noch ausreichend motivieren kann. Vielleicht kann jemand anderer neue Impulse geben.“

Der 44-Jährige hatte den TVH vor der vergangenen Saison übernommen und das Team auf Anhieb zurück in die Oberliga geführt. Einen Nachfolger gibt es derweil noch nicht. Die Routiniers Kai Hüter und Jörg Ley werden die Mannschaft zunächst einmal betreuen. „Wir schauen erstmal wie das anläuft. Ich sehe uns bei dieser Entscheidung überhaupt nicht unter Druck“, sagt Hersfelds Handballchef Karl-Heinz Hüter gelassen. Der TVH ist zunächst erstmal bis zum 16. Februar, wenn Gelnhausen in der Geistalhalle gastiert, spielfrei.

Sollten sich die Hersfelder in den kommenden Begegnungen so präsentieren wie am Samstagabend, können sie sich trotz des wohl nicht zu umgehenden Abstiegs erhobenen Hauptes verabschieden. Es war nicht viel, was am Ende zu einem Punktgewinn fehlte. Hätte beispielsweise Felix Abad nicht den Groetzki gegeben und zwei Tempogegenstöße liegen gelassen. Hätte Marco Kemmerzell, dem in der ersten Halbzeit sage und schreibe zehn Treffer gelangen, auch in der zweiten Halbzeit noch annähernd so getroffen. Hätte man nach der Pause die Anspiele auf den starken Kreisläufer Baum, der sechs Tore markierte, besser unterbunden. Und hätte nicht zuletzt das Schiri-Gespann nicht alles dafür getan, um bloß nicht als Heim-Schiedsrichter zu gelten. So aber sahen sich die Gastgeber, die die Partie bis zum 20:20 (45. Minute) offenhielten vor allem in der entscheidenden Phase allzu oft in Unterzahl und mussten insgesamt acht Zeitstrafen hinnehmen.

„Ich will ja nicht auf die Schiedsrichter schimpfen. Aber da waren einige merkwürdige Entscheidungen dabei, die leider nur auf unsere Kosten gingen“, ärgerte sich auch Reiner Dietz. So fehlten den couragiert kämpfenden Hersfeldern in der Schlussphase die entscheidenden Körner, um vielleicht doch noch für eine Überraschung sorgen zu können.

TV Hersfeld: Kretz (1.-11.), Kepert - Matthiessen 2, Abad 1, Kemmerzell 12/5, Ley 4, Denk 1, Röder 1, Jordan 2, Keller 1, Krause 2, Berg, Wiegel

Holzheim: Klawikowski, Fischer - Kohlhagen 4, Schyga 1, Hien 1, Rojahn 6/3, Stahl 3/1, Herold 2, Bittkau 1, Lazzaro, Jung 1, Baum 6, Kah 2, Dittmar 2.

SR: Glaab/Rudert /Großwallstadt/Michelbach) - Z:130

Zeitstrafen: 16 - 4 Minuten

Siebenmeter: 5/5 - 7/4.

Von Sascha Herrmann

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