FRAUENHANDBALL

TVH oder TGR: Wer ist die Nummer eins im Kreis?

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Eine kampfbetonte Partie wartet am Samstag auf die Zuschauer des Landesligaderbys zwischen dem TV Hersfeld und Rotenburg. Im Vordergrund: Luisa Teichmann.

Kreisderby in der Handball-Landesliga der Frauen: Am Samstag (16 Uhr) empfängt der TV Hersfeld die TG Rotenburg in der Geistalhalle. Neben den Punkten geht es auch ums Prestige.

Die Gäste liegen mit 7:9 Zählern auf dem siebten Rang, unmittelbar vor dem TVH (6:8). Das Ziel beider Teams ist dadurch eigentlich schon vorgegeben: Durch einen Sieg das Punktekonto ausgleichen und die Rolle der Nummer eins im Frauenhandball des Kreises für sich beanspruchen.

In der vergangenen Saison gab es jeweils Auswärtssiege. In der Hinrunde setzten sich die Rotenburgerinnen, die damals noch unter dem Namen FSG Waldhessen antraten, überraschend mit 28:22 durch. Am letzten Spieltag folgte die Revanche. Die Hersfelderinnen gewannen das umkämpfte Derby bei ihrem noch um den Klassenerhalt bangenden Gegner 25:23.

Die Zuschauer können ein Spiel auf Biegen und Brechen erwarten. Denn die Hersfelderinnen wollen unbedingt punkten, um im Mittelfeld nicht noch tiefer abzurutschen. Die Gastgeberinnen um Sabine Teichmann waren eigentlich gut in die Serie gestartet - mit Siegen gegen Wollrode und Twistetal. Beim haushohen Favoriten Fritzlar, der die Tabelle auch anführt, verloren sie nur knapp mit einem Tor. Dass die Hersfelderinnen so tief gesunken sind, führt Hersfelds Trainerin auch auf den Spielplan mit vielen Pausen hin: „Mal sind es vierzehn Tage, dann sogar drei Wochen. Es ist irgendwie ganz schwierig, in dieser Saison zum Rhythmus zu finden.“ Vor den spielfreien Wochenenden sind auch nicht allen Spielerinnen im Training, erzählt sie. Hinzu kommt, dass das zweite Jahr in einer höheren Liga auch immer das schwerere ist: „Wir müssen uns beweisen, jetzt erst recht“, sagt die Trainerin.

Sie will, dass sowohl ihr Team, als auch die Zuschauer am Samstag im Derby wieder Spaß am Handball gewinnen: „Wir dürfen nicht verkrampfen und uns nicht unter Druck setzten.“ Lisa Marie Berz und Luisa Teichmann freuen sich zudem noch auf Gegnerinnen aus gemeinsamen Jugendtagen. Für Nika Rollmann – sie dürfte nach einer Fingerverletzung wieder an Bord sein – Laura Weidemann und Johanna Drewer ist die Geistalhalle kein unbekanntes Terrain. Sie spielten in den TVH-Nachwuchsteams.

Sebastian Jaschinski hat die beiden letzten Derbys gesehen. „Das waren zwei tolle Handballspiele“, sagt er. Damals war er aber noch nicht Trainer der TGR. Jaschinski weiß um die Brisanz dieses Duells, denn beide Teams müssen zeigen, dass sie die letzten Niederlagen verkraftet haben. In Fritzlar musste Jaschinski auf seine beiden ukrainischen Neuzugänge, die Linkshänderin Yulia Makarova und Torfrau Tetiana Chorniavska, verzichten. Sie waren in ihre Heimat gefahren, um sich um ein neues Visum zu bemühen. „Sie werden auf jeden Fall am Samstag noch nicht zurück sein“, sagt er.

Man habe in Fritzlar gemerkt, dass Yulia Makarova nicht dabei war. „Der Ball ist ohne sie nicht so sicher gelaufen. Und sie ist eine gute Verwerterin. Sie braucht nicht so viele Chancen für ihre Tore“, sagt ihr Coach. Nun gilt es, den Ausfall zu kompensieren. „Wir arbeiten daran, uns im Rückraum anders einzuspielen“, sagt Jaschinski. Gegenüber dem Auftritt in Fritzlar müsse der Abschluss besser werden. Sonst würde die TGR den konterstarken Hersfelderinnen in die Karten spielen. Beide Trainer wissen im übrigen um die Derbycharakter. Die Spielerinnen werden sich zerreißen. Jaschinski warnt. Das darf aber nicht zur Übermotivation führen. Wir dürfen nicht zu viel erzwingen wollen.“

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