Handball-Landesliga

TVH läuft bei Niederlage gegen Hünfeld vor die Wand

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Es hat nicht gereicht: Hersfelds Trainer Matthias Deppe (links) gibt seinen Jungs während einer Auszeit taktische Anweisungen.

Nach dem 26.31 gegen Hünfeld ärgerten sich die TVH-Akteure über die Schiedsrichterleistung.

Bad Hersfeld. Lasse Reinhardt war gezeichnet. Feuerrot ist seine Nase, nachdem er sich einen Schlag ins Gesicht abgeholt hatte. Und auch sonst musste der 17-jährige Spielmacher des Handball-Landesligisten TV Hersfeld im Derby gegen den Hünfelder SV viel ein- und wegstecken. „Es war heute sehr unangenehm“, gab der Youngster nach der 26:31 (13:15)-Niederlage gegen den Oberliga-Absteiger dann auch unumwunden zu.

Die Gäste aus Hünfeld hatten zwar eine Viertelstunde gebraucht, um sich auf das schnelle und druckvolle Spiel der Gastgeber einzustellen. Dann aber schlugen sie zurück. Die jungen Hersfelder holten sich so die sprichwörtlich blutige Nase. Und standen am Ende mit leeren Händen da. Weil Hünfeld nicht nur körperlich präsenter war, sondern auch clever agierte und sich schon zehn Minuten vor dem Ende beruhigend mit sechs Treffern abgesetzt hatte.

So war Gäste-Trainer Jonggi Pasaribu am Ende zufrieden. Er räumte zwar Startschwierigkeiten ein, freute sich aber, dass sich seine Mannschaft schon in der ersten Halbzeit immer besser auf den Gegner eingestellt hatte. Vor allem in der Abwehr packte Hünfeld im Spielverlauf immer beherzter zu. Und konnte sich auf Keeper Christian Krätzig verlassen, der mit seinem übertrieben exzentrischen Auftritt in der Geistalhalle zwar keine neuen Freunde gewonnen haben dürfte, dafür aber das Torhüter-Duell mit Hersfelds Tobias Kretz.

„Wir haben zwar gut begonnen, aber dann wurde es immer schwerer für uns. Da haben wir zu wenig klare Aktionen in unserem Spiel gehabt“, meinte Lasse Reinhardt, der mit sechs Treffern bester Torschütze seiner Mannschaft war. Doch nicht nur der TVH verlor zunehmend seine Linie. Auch das Schiedsrichter-Gespann Bley/Bulat aus Aschaffenburg und Mainz. „Wir wussten ja gar nicht mehr, was wir noch dürfen und was nicht“, rätselte Reinhardt. Insgesamt 24 Minuten verhängten die überforderten Unparteiischen an Zeitstrafen. Souverän geht anders.

Schott beklagt sich nicht

Etwas überrascht zeigte sich Kevin Houston, der Hersfelder Linksaußen im Hünfelder Trikot, nach dem Spiel. „Ich hatte hier eigentlich einen heißeren Tanz erwartet“, sagte er. Die erste Halbzeit sei eng gewesen, die zweite habe man dann souverän zu Ende gespielt. „Wir wollten Hersfeld mit Aggressivität den Schneid abkaufen und das ist uns auch gelungen. Unsere 3:2:1-Abwehr war der Schlüssel zum Erfolg“, fand Houston.

Über das teilweise überharte Einsteigen der Hünfelder wollte sich Alexander Schott nicht beklagen. „Hünfeld hat verdient gewonnen. Sie haben auch nicht zu hart für uns gespielt. Wanfried agiert doch noch härter“, sagte der Rückraumspieler, der vor der Saison aus Hünfeld zum TVH gewechselt war. Drei Treffer gelangen ihm gegen seine alten Teamkollegen

Für den TVH heißt es jetzt Wunden lecken – ehe schon der nächste Hochkaräter wartet. Am Samstag geht es zum Tabellendritten Großenlüder/Hainzell. Auch da gibt’s keine Streicheleinheiten.

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