TV Hersfeld unterliegt Hünfeld 26:31

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Immer dicht dran: Hünfelds Alexander Unglaube (links) geht auf Tuchfühlung mit Hersfelds Kreisläufer Michael Krause. 

Bad Hersfeld. Der Hünfelder SV hat das Derby der Handball-Landesliga beim TV Hersfeld verdient mit 31:26 (15:13) gewonnen. 500 Zuschauer sahen eine umkämpfte Begegnung.

Derby, 500 Zuschauer, zwei hoch motivierte Teams: Die Voraussetzungen für das Duell  zwischen dem TV Hersfeld und dem Hünfelder SV sind am Samstagabend bestens. Am Ende jubeln die Gäste in der Geistalhalle über einen verdienten Sieg. Mit 31:26 (15:13) setzt sich der Oberliga-Absteiger beim Vizemeister der vergangenen beiden Jahre durch.

„Wir haben heute dem Druck nicht standgehalten“, zeigt sich Hersfelds Trainer Matthias Deppe selbstkritisch. Und ergänzt: „Wir haben zwar gut angefangen, aber nach 20 Minuten haben uns im Angriff Mut und Tiefe gefehlt. In der Deckung sind wir nicht mehr energisch genug rausgegangen. Hünfeld hat verdient gewonnen.“

Dabei fängt alles so gut an für den TVH. Denn der macht da weiter, wo er gegen Wesertal aufgehört hat. Mutig und mit Höllentempo setzen die jungen Gastgeber Hünfeld unter Druck. Und gehen nach acht Minuten mit 5:2 in Führung, wobei Trainersohn Jannis Deppe drei Treffer von Linksaußen gelingen. Es dauert bis zur 15. Minute, ehe Hünfeld beim 6:6 durch Julian Möller erstmals ausgleicht.

Jetzt hat sich die Mannschaft des Hersfelders Jonggi Pasaribu auf den Gegner eingestellt. Das gelingt mit einer äußerst aggressiven Spielweise, die sich größtenteils an den Grenzen des Erlaubten bewegt. Die jungen Hersfelder zeigen immer mehr Respekt. Leisten sich zu viele Ungenauigkeiten. Hünfeld ist im Spiel, legt immer einen Treffer vor – und setzt sich vom 12:12 durch Alexander Unglaube und zwei Siebenmeter von Fabian Sauer auf 12:15 ab.

Duell der besten Torschützen: Hersfelds Lasse Reinhardt (in Blau) und Hünfelds Felix Kircher.

Wird der TVH nach der Pause noch einmal zurückkommen? Ja – und nein. Schnell steht es 14:18. Doch als der Ex-Hünfelder Alexander Schott nach 42 Minuten für den TVH auf 19:20 verkürzt, tobt die Geistalhalle. Hersfeld schnuppert am Ausgleich, kassiert dann zwei Minuten gegen Lasse Reinhardt und zwei Treffer durch Felix Kircher und Fabian Sauer. 19:22. Der Anfang vom Ende. Binnen vier Minuten setzt sich Hünfeld durch Lennert Sitzmann (2), Felix Kircher und den Hersfelder Kevin Houston bis zur 50. Minute auf 20:26 ab. Das war’s.

Schwache Schiedsrichter

Hektisch ist es mittlerweile in der Geistalhalle. Das liegt vor allem daran, dass das schwache Schiedsrichter-Gespann Bley/Bulat viele fragwürdige Entscheidungen – oft zu Ungunsten des TVH – trifft. „Schieber, Schieber“-Rufe gehen jetzt durch die Halle. „Eigentlich ist Schiri-Kritik wirklich nicht mein Ding. Aber was sich diese beiden hier heute geleistet haben, ist für mich unfassbar. Sie haben das Spiel kaputt gepfiffen und uns klar benachteiligt“, ärgert sich Hersfelds Coach.

Anders sieht das Hünfelds Felix Kircher, der mit neun Treffern bester Torschütze seines Teams ist. „Ich glaube nicht, dass die Schiedsrichter das Spiel entschieden haben. Wir haben hart gespielt, aber nicht unfair. In der ersten Halbzeit fehlte uns erst der Zugriff, dann haben wir durchgezogen“, sagt der Spielmacher zufrieden.

Der TVH gibt sich in den Schlussminuten nicht auf und verkürzt noch einmal auf fünf Tore. Hünfeld feiert sich – und provoziert. Am Ende siegen die Gäste absolut verdient. Den Fairplay-Titel oder aber den des sympathischsten Teams der Liga gewinnen sie an diesem Abend nicht.

TV Hersfeld: Kretz, Fohr - Deppe (5), Rübenstahl (2), Krause (1), Förtsch, Räther, Remenski, Koch (3), Petersen (5/4), Wiegel, Reinhardt (6/2), A. Krause (1), Schott (3).

Hünfelder SV: Masche, Krätzig - Sitzmann (6), Sauer (5/4), Fischer, Houston (1), Hyseni, Krug, Abel (3), Sandrock, Sauerbier, Unglaube (4), Kircher (9), Möller (3).

SR: Bley/Bulat (Aschaffenburg(mainz-Kastel) - Z: 500

Zeitstrafen: 10:14 Minuten

Siebenmeter: 7/6 - 4/4

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