Handball-Landesliga

Der TV Hersfeld tanzt mit Sieg in den Mai

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Abgezogen: Der Hersfelder  Alex Schott beim Wurf.

Die Handballer des TV Hersfeld besiegten den Meister der Handball-Landesliga, den TSV Vellmar, mit 33:26.

Bad Hersfeld -Marc Förtsch ist für jeden Spaß zu haben. „Ich bin der Stimmungsminister der Mannschaft“, sagt der Kreisläufer des TV Hersfeld. Und lacht.

Schon vor dem Anpfiff des Topduells der Lullusstädter in der Landesliga gegen den neuen Meister Vellmar stand Förtsch als Zeremonienmeister im Mittelpunkt. Die Mannschaft bildete einen Kreis, um dann auf sein Zeichen urplötzlich ein großes Geschubse und Gedränge zu beginnen, das keine zehn Sekunden anhielt. Wobei der kräftige Förtsch als Prellbock funktionierte. Punkrocker nennen das „Pogen“, Handballer eben „Wachmachen“. „Das Aufwärmen verlief nicht ganz so gut, da behelfen wir uns vor dem Anpfiff immer wieder mit so einem Tanz“, erläutert Lasse Reinhardt mit einem Schmunzeln. Und als nach dem 33:26-Erfolg die Mannschaft mit stehenden Ovationen vom Publikum gefeiert wurde, nahm Förtsch das Mikrofon in die Hand und stimmte die „Humba“ an: „Gebt mir ein Haaaa, gebt mir ein Uuuuhhh ...“ – der TVH feierte diesen besonderen Sieg noch auf dem Parkett mit einem kleinen Tanz in den Mai.

Hinterher spielte auch das Theater um Gordon Hauer keine Rolle mehr. Der Gästetrainer legte sich nicht nur mit dem Gegner, sondern auch mit den Schiris und sogar dem Zeitnehmertisch an. „Das war ja kaum auszuhalten, was der hier reingeschrien hat“, sagte Kornelia Burger, die einmal die Uhr nachstellen musste, was auf Hauers Reklamationen hin mehrere Minuten dauerte.

Der TVH ließ sich aber dadurch nicht aus dem Konzept bringen. „Er hat alles versucht, aber er hat es nicht geschafft, uns zu irritieren“, sagt der sechsfache Torschützen Jannis Deppe. Der Außenspieler hielt den Vorsprung auf fünf Tore, als Hersfelds Rückraumschützen Lasse Reinhardt und Andy Krause scheiterten und Letzterer zwei Siebenmeter verwarf. Der Sieg sei eine Bestätigung des Aufwärtstrends in der Rückserie gewesen, ergänzte Deppe. Hier hat es der TV Hersfeld geschafft, bis auf den vierten Platz vorzurücken. Im letzten Spiel in Rotenburg am Samstag können die Hersfelder theoretisch sogar Dritter werden. Übrigens: Deppes, also Vater Matthias und Sohn Jannis, bleiben beim TVH genauso wie auch Lasse Reinhardt, der zurzeit in den Abiturprüfungen steckt. Leistungskurse sind: Mathe – und natürlich auch Sport. „Ich denke, dass sich hier in Hersfeld etwas entwickelt“, sagt der 17-Jährige. Reinhardt fasst zusammen, was den TVH derzeit ausmacht: „Das Miteinander stimmt. Und vor allem auch die Motivation – das war auch heute ausschlaggebend.“

Apropos Gästetrainer: Wie Vellmars Keeper Sebastian Krause berichtete, hat sich Hauer für seine Zeitstrafe bei seinem Team entschuldigt.

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