Handball-Landesliga

TV Hersfeld spielte bärenstarke Rückrunde

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Der beste Torschütze: Hersfelds Goalgetter Andreas Krause.

Die Handballer des TV Hersfeld haben die Saison in der Landesliga Nord als Tabellendritter beendet.

Bad Hersfeld – Der abschließende 26:18-Erfolg beim Nachbarn Rotenburg war der achte Sieg in Folge – und das i-Tüpfelchen auf eine gelungene Saison. Wir ziehen Bilanz.

Die Ausgangsposition

Man musste von einem Jahr des Umbruchs ausgehen, weil mit Torwart Kai Hüter (Trainer der Reserve), Spielmacher Marco Kemmerzell (Laufbahn beendet) sowie Shooting-Star Fynn Reinhardt (Eintracht Baunatal) drei absolute Leistungsträger dem Team nicht mehr zur Verfügung stehen sollten. Weil keine namhaften Neuzugänge zum Kader stießen, waren die Erwartungen an den neuen Trainer Matthias Deppe (Großenlüder/Hainzell) und sein verjüngtes Team erst einmal nicht allzu hoch. Platz sechs wurde so als scheinbar realistisches Saisonziel formuliert.

Die Vorrunde

Begann mit Niederlagen in Baunatal und gegen Fuldatal/Wolfsanger, denen vier Siege folgten, ehe es wieder zwei Niederlagen gab. Ein Auf und Ab. Viel Licht, aber eben auch jede Menge Schatten. Mit einer völlig unnötigen 31:32-Heimniederlage gegen Baunatal und 16:12 Punkten ging es so in die Weihnachtspause. Auf Platz sechs – wie angestrebt. Trainer Deppe aber redete Klartext und ging hart mit seiner Mannschaft ins Gericht. Der 52-Jährige beklagte die mangelnde Entwicklung sowie das Fehlen von Führungsspielern.

Die Rückrunde

Begann mit einer knappen Niederlage beim Vizemeister Fuldatal/Wolfsanger. Es sollte eine von zweien bleiben. Großartige 20:4 Punkte fuhr Deppe mit seiner Mannschaft ein. Acht (!) Siege gelangen dem TVH bis zum Saisonende in Serie. Darunter das fabelhafte 33:26 gegen Meister Vellmar im letzten Heimspiel. Keine Frage, die von Deppe geforderte Entwicklung hat seine Mannschaft im neuen Jahr genommen. Auch auswärts und in engen Spielen behielten die jungen Akteure die Nerven und zeigten sich zumeist stabil. „Die Jungs sind nach der Winterpause Schritt für Schritt reifer geworden. Wir haben als Team immer besser funktioniert und wollen das in der nächsten Saison so beibehalten“, sagt Deppe.

Gewinner der Saison

Handball ist ein Mannschaftssport. Und deshalb kann einer allein nichts ausrichten. Wissen wir. Wenn du aber einen 17-jährigen A-Jugendspieler im Team hast, der 117 Treffer erzielt und auch in der Abwehr verlässlich seinen Mann steht, dann kommt man um ihn nicht herum: Lasse Reinhardt hat jedenfalls alle Erwartungen übertroffen und den schmerzhaften Abgang seines Bruders Fynn kompensiert. „Lasse hat eine super Saison gespielt und nimmt in Angriff und Abwehr eine zentrale Rolle bei uns ein. Da muss man schon den Hut ziehen“, lobt Deppe.

Auch Andreas Krause, mit 29 Jahren plötzlich der „Oldie“ des Teams, hebt Deppe heraus. „Andi ist im neuen Jahr zum Führungsspieler geworden und aus dem Schatten von Kai Hüter und Marco Kemmerzell herausgetreten“, sagt Deppe. Mit 136 Treffern ist Krause der beste Torschütze der Hersfelder gewesen.

Der Ausblick

Die Mannschaft bleibt zusammen (siehe Kurz-Interview), es wird keinen starken Oberliga-Absteiger geben wie zuletzt, der Reifeprozess der jungen Hersfelder Mannschaft hat gerade erst begonnen. Da dürfte auch in der nächsten Saison etwas gehen. „Für eine Zielvorgabe ist es zu früh, aber wir können bestimmt wieder um Platz drei oder vier mitspielen“, spekuliert Matthias Deppe.

" DREI FRAGEN

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