Handball-Landesliga

TV Hersfeld lässt beim 35:36 gegen die HSG Baunatal zu viel liegen

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Hersfelds Hristijan Remenski setzt zum Wurf an – Baunatals 18-facher Torschütze Christian Vogt (links) beobachtet.  

Die HSG Baunatal liegt den Hersfeldern  in dieser Saison nicht. Wie im Hinspiel mussten sie sich auch am Samstagabend geschlagen geben – 35:36 (18:20) hieß es jetzt. 

Nicht der starke Gast allein, sondern vor allem eine mangelhafte Wurfausbeute der Gastgeber verhinderten einen Sieg. Gäste-Coach Mike Fuhrig überraschte den TVH-Anhang mit einer Manndeckung gegen Andreas Krause und Lasse Reinhardt – seinen Gegenüber Christian Weiss hingegen nicht. „Es war klar, dass so etwas kommt. Zu Beginn haben wir aber Gegenmittel gefunden“. In der Tat sprangen anfangs Hristijan Remenski und Alexander Schott für die aus dem Spiel genommen Rückraumschützen in die Bresche, rasch führte man mit 5:2.

Doch ein Spieler der HSG entpuppte sich als Spielverderber: Christian Vogt. Er nutzte die von den Mitspielern gegen die nicht kompakte und schläfrige TV-Abwehr herausgeholten Strafwürfe gnadenlos. „Wir wussten, dass die HSG viel über den Kreis kommt, konnten es aber nicht unterbinden“, kritisierte Weiß. So erzielte Vogt, mit 18 (!) Toren überragend, bis zum 10:8 alle Gästetore, zumeist vom Punkt. Bis dahin hatte sich eine Partie auf Augenhöhe entwickelt, war der körperlich robuste und spielerisch intelligente Gast der erwartet harte Brocken. Jannik Richter gelang die erstmalige HSG- Führung (14:13, 24.), die Vogt, Richter und Guthardt auf 20:17 ausbauten.

Die zweite Hälfte sorgte im Schlussgang für Hektik auf dem Feld und Unverständnis beim Publikum. Zuerst nutzte der Gast eine doppelte Zeitstrafe gegen den TVH zum 25:20 (37.) und wähnte sich früh auf Siegeskurs. Aber Hersfeld hielt, vor allem durch den starken Jacob Räther, dagegen, kämpfte sich auf 23:25 heran und witterte Morgenluft.

Doch den Bock konnten „die Blauen“ dann aus eigenem Unvermögen nicht umstoßen. Reihenweise warfen „Michi“ Krause, Koch, Schott, Räther oder Kapitän Sven Wiegel in freier Position neben oder übers Tor – oder standen entweder die guten HSG-Keeper oder das  Aluminium im Weg. Auch, dass Andy Krause erst viel zu spät zu seinen Toren kam und Reinhardt völlig aus dem Spiel genommen wurde, zeichnete für die Niederlage verantwortlich.

Aber der kämpferische Einsatz stimmte beim Gastgeber, klein beigeben wollten die Hausherren nicht. Man ließ sich auch durch Fuhrigs Provokation auf dem Feld sowie das 24:30 (45.) durch Lukas Dexling nicht abschütteln und kam immer wieder zurück.

Als sich in den Schlussminuten aber technische Fehler und Ballverluste beim Hersfelder Team einschlichen, schwand die Hoffnung auf ein Remis. Zudem hatten die Schiedsrichter schon lange die klare Linie und das Fingerspitzengefühl verloren und in strittigen Situationen den TVH benachteiligt. Förtsch verkürzte noch zur ärgerlichen und unnötigen 35:36-Heimniederlage.

TV Hersfeld: Kretz, Kürten - Deppe (1), Rübenstahl (1), M. Krause (2), Förtsch (4), Räther (8/2), Remenski (3), Koch (1), Wiegel (1), Reinhardt (2), A. Krause (6/4), Schott (6) HSG Baunatal:Henkel, Suter-Camann (1), Vogt (18/10), Mett (4), Range (5/2), Käse, Hartung, Dexling (1), Guthardt (3), Richter (4), Ozellis

SR: Bäcker/Sämann(Frankfurt)

 Z: 350 Zeitstrafen:8 min. - 10 Min. Siebenmeter: 8/2 - 14/12

Von Michael W. Rimkus

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