TV Hersfeld: Gezittert, gekämpft, Spiel gedreht

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Fünffacher Torschütze beim TV Hersfeld aus dem Rückraum war Mark Petersen. 

Die Landesliga-Handballer des TV Hersfeld haben sich nach dem 40:33 gegen Eschwege von ihren Anhängern feiern lassen. Erst in der letzten Viertelstunde drehte der TVH das Spiel.

Sie hatten gezittert, gekämpft und gerackert wie die Löwen: Als nach dem 40:33-Erfolg im Heimspiel der Landesliga Männer gegen den Eschweger TSV die „La-Ola“ durch die Geistalhalle schwappte, da war den Handballern des TV Hersfeld ein zentnerschwerer Stein vom Herzen gefallen.

Der Druck, dem sie diesmal standgehalten hatten, war immens. Nicht auszudenken, wenn sie nach den Niederlagen gegen das Spitzenteam von Großenlüder/Hainzell sowie beim Aufsteiger Wehlheiden auch gegen den nächsten Neuling, den Eschweger TSV, verloren hätten. Aber danach sah es lange Zeit aus. Denn Eschwege stand in der ersten Hälfte sicher in der Abwehr, wusste, wo die Hersfelder im Angriff zu packen sind. Mehrmals scheiterte der TVH aus dem Rückraum. Andreas Krauses Würfe verfehlten gleich mehrfach ihr Ziel, auch vom Siebenmeterpunkt.

Überdies kassierte der Hersfelder Goalgetter, der in vergangenen Woche 30 geworden ist, bereits nach neun Minuten seine erste Zeitstrafe und nach 16 Minuten seine zweite. Auch Linksaußen Jannis Deppe war anfangs nicht besonders erfolgreich und scheiterte bei Tempogegenstößen. So war es logisch, dass die Gäste bis zur Pause mit drei Toren führten. Besonders erwähnenswert: Der Eschweger Treffer zum Drei-Tore-Vorsprung mit dem Halbzeitpfiff, den Mike Guthardt durch einen direkt verwandelten Freistoß (!) an der Hersfelder Mauer vorbei erzielte (15:18). Als nach dem Wiederanpfiff der Gast sogar mit vier Toren davonzog (15:19, 16:20), schien die Niederlage besiegelt. Denn zuvor war Marc Förtsch disqualifiziert worden.

Doch es sprach für die Moral des TVH, dass er dieser Partie noch eine Wende gab. Ausschlaggebend war aber auch, dass Christian Weiß in der Pause wegen des Fehlens von Lasse Reinhardt und der beiden Zeitstrafen gegen Andy Krause den Abwehr-Mittelblock umstellte und auch Marius Wasem im Tor immer besser wurde. „Er hat klasse gehalten“, kommentierte Weiß seine Leistung.

Schiri-Kritik: Eschweges Co-Trainer Christian Löbens (rechts) fiel durch permanentes Meck ern und durch theatralische Gesten bei den Schiris auf. Dafür bekam der Verantwortliche auf der Eschweger Bank zurecht die Gelbe Karte gezeigt.

Wasem und auch Niklas Kürten vertraten den Verletzten Tobias Kretz zwischen den Pfosten. Als richtige Entscheidung stellte sich auch der Einsatz von Michael Krause in Hälfte zwei heraus, der in der entscheidenden Phase zwischen der 40. und 45. Minute, als der TVH zum Ausgleich und Führung traf, zwei Treffer markierte. „Eschwege ist der beste Aufsteiger und besser als es der Tabellenstand aussagt“, befand Weiß. „Sie haben uns vor große Probleme gestellt.“

Für Gästecoach Julian Triller war die Rote Karte gegen Philipp Haaß ein entscheidendes Manko: „Er hat uns in der Crunchtime gefehlt.“ Für Linksaußen Nicolas Reuchsel, der früher beim TVH und bei der HSG Werra WHO spielte, war die Schlussphase entscheidend: „Da sind wir dann unter Druck geraten und machen insgesamt noch zu viele Fehler.“

Von Hartmut Wenzel

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