Corona und die Folgen für den Sport

Triathleten lassen sich nicht ausbremsen

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Training in den eigenen vier Wänden: Triathlet Christian Jung bereitet sich weiterhin auf seine Saisonhöhepunkte vor. Der Ironman in Frankfurt ist bislang noch nicht abgesagt. Hier simuliert er Armzüge beim Schwimmen. Die Badekappe hat er extra fürs Foto angelegt.

Der Triathlet Christian Jung hat die Saison noch nicht abgeschrieben. Er trainiert weiter für sein Ziel: die Qualifikation für die Weltmeisterschaft auf Hawaii.

Momentan gebe es aber Wichtigeres, meint er. Und damit meint er ganz klar: Erst einmal muss die Corona-Pandemie beendet sein. „Sport ist ein schönes Hobby - aber es steht in diesem Fall hinten an. Wenn es nicht klappen sollte, ist das wahrscheinlich eines der geringsten Probleme. Man muss ja in diesem Falle mit einer Absage der Wettkämpfe rechnen.“

Noch ist der Termin mit dem Ironman in Frankfurt am 28. Juni fix in seinem Kalender - und auch der zweite Ironman, zu dem er sich angemeldet hat - den Wettbewerb auf der spanischen Ferieninsel Lanzarote am 23. Mai. Und deswegen laufen bei ihm die Vorbereitungen für diese beiden Ironman-Wettbewerbe, bei denen er die Quali für die WM auf Hawaii schaffen kann, weiter.

Seit dem 16. Dezember bereitet er sich auf diese Qualifikationläufe vor. 2800 Kilometer auf dem Rad hat er bereits abgespult, 50 Kilometer ist er pro Woche gelaufen. Seine Trainingsleistungen hat er akribisch protokolliert. „Ich bin zufrieden, wie die Vorbereitung angelaufen ist“, sagt er. Die meisten seiner Touren absolviert er in der näheren Umgebung. Die Fahrradtouren gehen oft über den Eisenberg, die Laufstrecke zur Ibrakuppe. Wie gut er in Form ist, verdeutlicht der Halbmarathon in Frankfurt vom 8. März, den er in 1:22:00 Stunden lief.

Probleme hat Jung allerdings mit dem Schwimmen. Da alle Hallenbäder derzeit geschlossen sind - selbst private - übt er zu Hause an Seilzügen und mit Terabändern, um zumindest einen kleinen Ausgleich zu haben. „Geschwommen bin ich zuletzt in einem Hallenbecken in Frankenthal, wo ich in der Woche gearbeitet habe“, erzählt er. „Aber das ist schon fast 14 Tage her.“

In diesem Jahr startet der 39-Jährige in der Altersklasse AK 40. „Das ist eine sehr starke Altersklasse, und ich merke auch, dass ich älter werde“, sagt er mit einem Augenzwinkern. „Aber wenn ich einen guten Tag erwische und die anderen einen schlechten, dann ist alles möglich.“

In Frankfurt droht, sollte der Wettkampf auch stattfinden, ein Rennen ohne die großen Stars. Bei denen steht der Triathlon in Roth, eine Woche später am 5. Juli, im Mittelpunkt. Hier will die gesamte internationale Elite an den Start gehen, zum Beispiel Vorjahressieger Jan Frodeno, Timothy O’Donnell und Sebastian Kienle bei den Männern, Anne Haug, Lucy Charles-Barclay und Sarah Crowley bei den Frauen - das komplette Siegerpodest der Ironman-WM.

Die Frankfurter Veranstalter wollen trotzdem ein Spitzenstarterfeld bieten. Hier ist Patrick Lange, der zweimal Hawaii gewinnen konnte, wieder im Gespräch.

Blickt nur fürs Foto zurück: Triathlet Lars Hildebrand strebt weiter den Start in Frankfurt an. 

„Wenn der Frankfurt-Triathlon ausfallen sollte, ist das für mich auch kein Beinbruch“, sagt der Reiloser Lars Hildebrand, der sich nach seiner erfolgreichen Teilnahme im vergangenen Jahr wie Christian Jung erneut für einen Start in Frankfurt entschieden hat. Wie auch Jung, so macht auch der 39-jährige Reiloser weiter mit dem Training. Zehn bis zwölf Stunden sind es pro Woche, fünf bis sieben Stunden auf dem Rad, zwei bis drei Stunden Laufen. „Momentan trainiere ich zu Hause auch ab und zu auf der Rolle“, erzählt er. Fast täglich beobachtet er im Internet, wo überall schon Triathlonveranstaltungen abgesagt worden. „Der Ironman in Kapstadt ist auf November verschoben, in Australien ist einer im Juni abgesagt worden“, erzählt er. Frankfurt war bei den Absagen noch nicht dabei.

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