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Trainingsspiel statt Derby: TVH lässt WHO keine Chance

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Hersfelds Hüne Lars Matthiesen hat WHO-Linksaußen Frantisek Chyba fest im Griff. © Eyert

Obersuhl. Das Derby der Handball-Landesliga zwischen der HSG Werra WHO und dem TV Hersfeld hielt nicht, was es versprach. Vizemeister TVH siegte deutlich mit 36:28 (20:11).

Mit Spannung erwartet – nach zehn Minuten so gut wie entschieden: Deutlich und auch in dieser Höhe absolut verdient, setzte sich der Vizemeister aus Hersfeld beim Neuling mit 36:28 (20:11) durch.

Die WHO konnte sich dabei noch glücklich schätzen, dass Hersfelds Trainer Matthias Deppe in der letzten Viertelstunde munter durchwechselte und all seinen Spielern Einsatzminuten gönnte. So betrieb der Neuling, der bereits nach 25 Minuten erstmals mit zehn Treffern in Rückstand lag (9:19) etwas Ergebniskosmetik und verkürzte vom 19:30 (44. Minute) bis zum Endstand von 28:36.

Knauts Schiri-Schelte

Sichtlich angefressen war WHO-Trainer Hartmut Knaut nach der einseitigen Begegnung. Doch er haderte nicht etwa mit dem desolaten Auftritt seiner Mannschaft aus der ersten Halbzeit. „Es ist unglaublich, was sich die Schiedsrichter heute geleistet haben. Sie haben uns alles abgepfiffen und Hersfeld alles durchgehen lassen“, bilanzierte er. Diese Meinung dürfte er vor gut 250 Zuschauern in der Obersuhler Sporthalle wohl ziemlich exklusiv gehabt haben. Knaut weiter: „Hätten wir nicht so viele Chancen vergeben, wäre für uns ein viel besseres Ergebnis drin gewesen, auch wenn Hersfeld verdient gewonnen hat. Wir haben den Torhüter ja warm geworfen.“

Ja, die WHO hat erneut zu viele Chancen vergeben. Doch Knaut übersah dabei wohl, dass das Spiel da schon längst entschieden war. Gerade einmal zwei Feldtore waren seiner Mannschaft in der ersten Viertelstunde gelungen. Hersfeld führte da schon mit 12:5 und hatte sich vom 5:3 durch Treffer von Alexander Schott, Lasse Reinhardt, Jannis Deppe und Andreas Krause vorentscheidend auf 9:3 abgesetzt.

Vor allem was den Rückraum anbelangt, war zwischen beiden Teams ein Klassenunterschied zu erkennen. So setzte Hersfelds Youngster Lasse Reinhardt als Mittelmann immer wieder geschickt seine Halben Andreas Krause und Alexander Schott ein. Bis zur Pause hatte der Rückraum der Gäste schon 15 Treffer markiert.

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Hersfelds Alexander Schott (in Blau) versucht den besten Werfer der WHO, Jan-Uwe Berz, am Torwurf zu hindern. © Eyert

WHO schwach im Rückraum

Der WHO fehlte dagegen abermals jeglicher Druck aus der zweiten Reihe, sodass der TVH von Beginn an keine Mühe hatte, sich mit seiner beweglichen 6:0-Deckung auf den Gegner einzustellen. „Die erste Halbzeit war sehr gut. Wir standen vor dem Spiel zwar schon unter Druck, aber haben das abgeschüttelt und von Beginn an sehr konzentriert gespielt“, bilanzierte Gäste-Coach Deppe zufrieden. Dass es in den letzten zehn Minuten aufgrund der vielen Wechsel und mangelnder Konzentration – jetzt auch im Torabschluss – vogelwild wurde, nahm der 51-Jährige in Kauf. „Der Teamgeist steht für mich über dem Ergebnis. Es ist mir wichtiger, alle Jungs einzusetzen, als hier am Ende mit zehn oder 12 Toren Unterschied zu gewinnen“, meinte Deppe.

Und was blieb für die WHO an diesem gebrauchten Derby-Abend? „Meine Mannschaft hat in der zweiten Halbzeit gut mitgespielt und sich nicht aufgegeben“, meinte Hartmut Knaut. Damit lag er richtig. 

HSG Werra WHO 09: Schottmann, L. Schneider, Ötzel - B. Krause (1), Berz (7/4), Breitbarth, Bach (4), Raljic (3), Strümpf (1), Schramm (2), Cutura, Chyba (6), R. Schneider (2), Reuchsel (2).

TV Hersfeld: Kretz, Wasem - Deppe (5), Rübenstahl, M. Krause (6), Förtsch (1), Räther (3), von Manger, Koch (2), Wiegel (3/2), Reinhardt (4), A. Krause (6), Matthiessen (1), Schott (5).

SR: Jens Rudolph/Andreas Rudolph - Z:250

Siebenmeter: 5/4 - 2/2

Zeitstrafen: 4:2 Minuten

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