Handball

TV Hersfeld trainiert für den Tag X

Die Handballer des TV Hersfeld haben mit der Vorbereitung auf die nächste Saison begonnen.

Bad Hersfeld - Zur einen Tür geht’s in die Geistalhalle hinein – zu einer anderen wieder heraus. Und das am besten einzeln – mit 1,5 Metern Sicherheitsabstand. Auf den Holzbänken am Spielfeldrand liegen einige Handbälle und weitere Trainingsutensilien. Und natürlich Desinfektionsmittel. Ohne das geht hier gar nichts. Nach einer trainingsfreien Woche sind die Landesliga-Handballer des TV Hersfeld wieder eingestiegen. Wann die Saison beginnt, weiß derzeit aber niemand so recht.

„Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass wir ab Mitte September wieder spielen. Man muss ja das Infektionsgeschehen weiter im Auge behalten, und wir alle haben auch eine gesellschaftliche Pflicht“, meint TVH-Trainer Christian Weiß.

Handball-Training in Corona-Zeiten in der Geistalhalle – natürlich mit Desinfektionsmittel.

Im Folgenden die neuesten Informationen über die Handballer des TVH, die sich an diesem Abend erst einmal mit einem beliebten Fußballspielchen aufwärmen.

Schwer wiegt der Verlust von Lasse Reinhardt, der seinem Bruder Fynn zum Drittligisten Eintracht Baunatal gefolgt ist. Alexander Schott ist nach Hünfeld zurückgekehrt. Dazu kommen die Ausfälle der langzeitverletzten Lukas Berger (Kreuzbandriss) und Mark Petersen (Meniskusverletzung). „Ein Rechtshänder für den rechten Rückraum oder aber die Mittelposition, der zudem noch gut in der Abwehr ist, wäre mein Wunsch“, sagt Trainer Weiß. Neu im Kader sind Jonathan Kromm und Linkshänder Nils Gerlich, die beide zuletzt in der eigenen Reserve gespielt haben. Was augenscheinlich ist: Der bullige Kreisläufer Marc Förtsch hat etliche Kilos verloren und bekommt dafür ein Extralob seines Trainers: „Förtschi hat mächtig Gas gegeben. Er ist aber auch als Typ enorm wichtig fürs Team und ist unsere gute Seele.“

Christian Weiß, Trainer des TV Hersfeld.

Die Hersfelder gehen gerade in ihre fünfte Trainingswoche. Und müssen wöchentlich viermal ran. „Die Jungs mussten zuletzt viel laufen. Aber wir nehmen jetzt auch immer mehr den Handball dazu oder machen alternative Dinge wie beispielsweise Zumba“, sagt Weiß. Der Coach hofft, dass er seinen Kader bei Laune halten kann. „Wenn du kein wirkliches Ziel hast, auf das du hin trainierst, kann leicht Unmut aufkommen“, sagt der 41-Jährige. Handball vor leeren Rängen will sich Weiß gar nicht erst vorstellen. „Wir Amateure sind doch abhängig von den Zuschauern und den Erlösen beispielsweise aus der Blauen Maus“, sagt er. Weiß könnte sich auch alternative Konzepte vorstellen, wie eine Saison mit mehreren Mini-Turnieren oder einer einfache Runde zu späterem Termin.

In dieser Frage hält sich der Pädagoge bedeckt. „Wir haben eine tolle Saison gespielt und hätten nicht gedacht, dass wir Vizemeister werden“, sagt er. Schade sei aber, dass man diesen Erfolg wegen Corona überhaupt nicht habe feiern können. Oder wie Weiß es formuliert: „Wir haben nicht einmal zusammengesessen und darauf ein Bierchen getrunken.“

Weiß geht davon aus, dass die kommende Spielzeit für seine Mannschaft schwerer werde. „Wir werden Lasse Reinhardt mit seinen Fähigkeiten nicht ersetzen können und werden mehr aus der Breite kommen müssen“, vermutet der ehemalige Kreisläufer.

Dann trommelt er seine Jungs zusammen. „Sie müssen jetzt ein bisschen laufen“, sagt er grinsend.

Rubriklistenbild: © Sascha Herrmann

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