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Tor-Diebe und tolle Torjubler

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Hartmut Wenzel, HZ-Sportredakteur
Hartmut Wenzel, HZ-Sportredakteur © LUDGER KONOPKA

War er noch dran? Hat er den Ball noch berührt? Das war die Frage aller Fragen im Vorrundenspiel der Gruppe H bei der Fußball-WM zwischen Portugal und Uruguay (2:0).

Bad Hersfeld - Bruno Fernandes hatte beim 1:0 in der 54. Minute von Halblinks geflankt und Christiano Ronaldo hatte per Kopf noch ins Tor verlängert. So schien es im ersten Moment. Aber Bilder können täuschen.

Die ersten Zweifel kamen schnell auf – Fernandes wurde als Torschütze genannt, nicht Ronaldo. Was für eine Katastrophe!

Heftig reklamierte der portugiesische Weltstar nach dem Schlusspfiff den Treffer für sich, fuhr sich vor laufenden Kameras mit dem Zeigefinger über den Scheitel zur Stirn, um zu zeigen: „Hier, ich war’s, ich hab’ ihn gemacht.“ Doch die Super-Zeitlupen der heutigen Kameras sind unerbittlich. Kein Haar von „CR7“ hatte die Flugbahn des Balls gekrümmt. Fernandes blieb der Torschütze, Ronaldo geht als versuchter „Tor-Dieb“ in die WM-Geschichte ein.

Einige Spieler und Verantwortliche von Sorga/Kathus, wie beispielsweise SG-Leiter Marcel Mähler, wurden sofort an das Relegationsspiel gegen Mackenzell (2:1) vor rund acht Jahren erinnert. Dort spielte sich eine ähnliche Szene ab. Beim 1:0 hatte Mannschaftskapitän Jan Röth geflankt, Christopher Wahl war zum Kopfball hochgegangen – der Ball lag im Netz. Auch hier war sich im Nachhinein keiner sicher, ob Wahl den Ball noch berührt hatte. Er selbst behauptete gegenüber der HZ, dass „er mit der Locke noch dran war.“ Obwohl es auch von diesem Spiel endloses Video-Material gibt, war nicht zu ermitteln, wer damals als Letzter den Ball vor der Torlinie berührt hatte. Der Torestreit soll, wie in der Kreisoberliga üblich, an der Theke ausgetragen worden sein. Der eine schenkte ein Bier ein, der andere den Treffer her.

Am vergangenen Samstag hing der Himmel bei den Handballerinnen und Handballern des TV Hersfeld voller Geigen. Die Männermannschaft siegte 30:23 in der Landesliga gegen Eschwege, das Frauenteam mit 34:25 gegen Vellmar. Beide posteten danach Jubelfotos in den sozialen Netzwerken. Die Männer das übliche Kabinenselfie, die die Damen ein Video, bei dem zwei Spielerinnen als „Diver“ über Kreuz vor der jubelnden Mannschaft. Die lustige Video-Idee brachte ihnen im Nachhinein mehr Glückwünsche ein als üblich.

Diese positive Resonanz ist hoffentlich ein gutes Zeichen für das nächste Spiel. Denn die Mannschaft von Sabine Teichmann reist nach sieben Siegen in Folge als ungeschlagener Tabellenführer am Sonntag in die „Hölle von Reichensachsen“. Die Duelle mit den Wehretalern sind schon seit Jahren von Brisanz geprägt. Sabine Teichmann und ihr Team wissen, dass sie nicht nur gegen die Mannschaft, sondern auch gegen die Zuschauer bestehen müssen. Auf die Hersfelderinnen wartet eine aufgeheizte Atmosphäre. Da heißt es kühlen Kopf bewahren

Angenehmen zweiten Advent

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