Tobias Kretz im Interview: In der Ruhe liegt die Kraft

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Hat einen Sprung nach vorn gemacht: Tobias Kretz überzeugte im Tor des TV Hersfeld zuletzt mit starken Leistungen. 

Bad Hersfeld. Vor dem Derby gegen den Hünfelder SV (Samstag, 18.30 Uhr, Geistalhalle) haben wir mit Torhüter Tobias Kretz vom Handball-Landesligisten TV Hersfeld gesprochen.

Tobias, bewerten Sie die Partie gegen Hünfeld als Topspiel?

Tobias Kretz: Absolut. Für unsere alten Hasen, die vor zwei Jahren bei dem spektakulären 33:33 gegen Hünfeld schon dabei waren, ist es mit Sicherheit eines. Oder auch für „Schotti“ (Alexander Schott, die Redaktion), der ja von Hünfeld zu uns gewechselt ist.

Trainer Matthias Deppe sagt, Ihr geht mit breiter Brust ins Spiel. Wie heiß seid Ihr?

Kretz: Verdammt heiß. Und ich hoffe, noch heißer als zuletzt. Die Halle wird voller sein als letzten Samstag. Das muss jedem Handballer Spaß machen. Ich denke, auch unsere Youngster wollen sich wieder beweisen.

Zuletzt gelangen vier Siege in Folge. Darunter das beeindruckende 36:26 gegen Wesertal am vergangenen Samstag. Was macht Euch derzeit so stark?

Kretz: Das ist in erster Linie unsere kämpferische Leistung. Ich habe das Gefühl, jeder gibt alles für den Erfolg. Außerdem haben wir unsere Nervosität aus den ersten Spielen abgelegt. So ist es schwer, uns zu schlagen.

Was ist der Unterschied zwischen Ex-Trainer Dragos Negovan und dem neuen Coach Matthias Deppe?

Kretz: Sie arbeiten unter komplett unterschiedlichen Voraussetzungen. Dragos hatte eine fertige Mannschaft. Dadurch war der Anspruch ein höherer. Matthias musste erst einmal die neuen und vor allem sehr jungen Spieler integrieren. Das hat schnell ganz gut geklappt. Er macht einen super Job.

Noch einmal: Was unterscheidet die beiden Typen?

Kretz:Dragos wirkt vielleicht ruhig, konnte in der Kabine aber auch laut werden. Und wenn Du bei ihm zwei Fehler gemacht hast, warst du erst einmal draußen. Matthias ist impulsiver. Aber er erklärt den Jungs ihre Fehler. Das kommt sehr gut an, denke ich.

Sie selbst sind in super Form – oder wie schätzen Sie das persönlich ein?

Kretz: Ja, ich bin schon sehr gut drauf. Das war in der Vorbereitung noch nicht so. Aber ich habe mich schnell reingefunden und stetig gesteigert. Das Torwart-Training mit Ulli Schaus macht sich bezahlt, und ich habe mehr Selbstvertrauen, weil ich jetzt meine Einsatzzeiten bekomme. Wenn es weiter so läuft, übertrifft das meine Erwartungen.

Fühlen Sie sich schon als neue Nummer eins des TVH? Und was ist, wenn Routinier Kai Hüter wieder fit ist?

Kretz:Im Handball muss es eigentlich keine klare Nummer eins geben, finde ich. Das Team muss sich auf seine Keeper verlassen können. Ich zeige meine Leistung, und deshalb spiele ich. Wenn Kai wieder fit ist, muss man abwarten, was passiert. Das wird dann der Trainer entscheiden.

Handball-Torhüter sind eher exzentrisch und gelten oft auch als etwas verrückt. Was ist da bei Ihnen schiefgelaufen?

Kretz: Das weiß ich auch nicht (lacht). Ich bin eben komplett ruhiger als andere Torhüter. Ich freue mich zwar schon, wenn ich gut halte. Aber das zeige ich nicht so. Auch damit kann man den Gegner nerven, denke ich.

Wie ist Tobias Kretz eigentlich privat?

Kretz: Auch eher ruhig. Ich bin jetzt zwar nicht verschlossen oder schüchtern, da könne Sie alle fragen. Aber ich bin halt meistens besonnen und lasse mich nicht stressen.

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