Basketball-Bezirksliga: Hersfeld wird Tabellenfünfter – Trainer sitzt im Kampfgericht

Titans siegen – ohne Barite

Hatten leichtes Spiel: Andreas Tatiev (vorn in Schwarz) und die TV Hersfeld Titans bezwangen Schlusslicht ACT V deutlich mit 79:42. Tatiev gelangen die meisten Punkte für Hersfeld. Foto: Marth/Ar

Bad Hersfeld. Mit einem Sieg vor eigenem Publikum ist für die Basketballer des TV Hersfeld die Saison in der Bezirksliga zu Ende gegangen. Gegen Schlusslicht ACT Kassel V bekleckerten sie sich am Samstag nicht gerade mit Ruhm, wurden ihrer Favoritenrolle jedoch gerecht. Die Titans gewannen 79:42 (35:20).

Die größte Überraschung eines wenig spektakulären Abends ereignete sich bereits vor den Spiel: Titans-Trainer Alai Barite nahm nicht wie gewohnt auf der Spielerbank, sondern hinterm Kampfgericht-Tisch Platz. Er habe der Mannschaft schon am Vorabend mitgeteilt, dass er am Samstag nicht coachen werde, erklärte er. Grund sei das Verhalten einiger Spieler gewesen: „Es geht um zu viel Arroganz einzelner, die häufig machen, was sie wollen. Es tut mir leid, dass nun vielleicht andere leiden müssen, aber ich habe das einfach so entschieden.“

Schwächster Gegner

Besonders viel leiden mussten die Titans allerdings auch ohne Trainer nicht, denn angesichts der schwachen Leistung, die die Gegner zeigten, war ein Eingreifen von außen nicht wirklich nötig. Von Beginn an konnten die Gäste nicht verbergen, weshalb sie in dieser Saison nicht ein einziges Mal siegten. Nicht nur von der Größe her waren sie unterlegen, auch was Tempo und Technik betrifft, hatten sie das Nachsehen.

Schon früh einen ganz klaren Vorsprung herauszuspielen, gelang den Hersfeldern aber trotzdem nicht, denn erneut zeigten sie ein ums andere Mal ihre altbekannten Schwächen: Statt als Team aufzutreten und gute Wurfmöglichkeiten zu kreieren, schlossen sie ihre Angriffe häufig zu eigensinnig ab und selbst wenn sie sich in gute Positionen brachten, fehlte beim Abschluss oft die Präzision. So entschieden sie das erste Viertel „nur“ 16:10 für sich und auch im zweiten Abschnitt (19:10) blieb noch einige Luft nach oben.

Kassel nur zu sechst

Deutlicher wurde es dann zu Beginn der zweiten Halbzeit, als die nur zu sechst angereisten Gegner konditionell bereits sichtbar zu kämpfen hatten. Während bei ihnen nun kein Korb mehr fallen wollte, setzten sich die Titans Punkt für Punkt ab und legten bis kurz vor Viertelende einen 24:0-Lauf aufs Parkett.

Sang und klanglos untergehen wollten allerdings auch die Gäste nicht und so setzen sie sich daraufhin noch einmal stärker zur Wehr. Weil sie ihre letzten Kräfte mobilisierten und die Hersfelder in der Defensive teilweise ein wenig lethargisch wirkten, nahm das letzte Viertel einen recht ausgeglichenen Verlauf. Am klaren Sieg der Titans änderte dies jedoch nichts – und so war auch Trainer Barite am Ende nicht unzufrieden.

Zu Beginn habe sich sein Team schwergetan und zwischenzeitlich habe er „eher ein wildes Rumgeschieße“ gesehen, meinte er. Zum Teil seien Aktionen aber sehenswert gewesen – und Platz fünf sei am Ende keine schlechte Leistung.

TVH: F. Bickhardt 5, T. Bickhardt 7, Bubula 8, Kasim 3, Rasuli 3, Rotmann 10, S. Sahin 6, Schmied 8, Tatiev 17, Weizel 12

Von Kristina Marth

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