Tennis: Hersfelder Benedikt Henning  in Hünfeld erst im Finale gestoppt

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Starker Auftritt: Benedikt Henning kam beim Turnier in Hünfeld bis ins Endspiel. 

Benedikt Henning, Aushängeschild des Bad Hersfelder Tennissports, hat am vergangenen Wochenende einmal mehr seine Klasse gezeigt. 

Bei der 24. Auflage der JOB AG Open des TC BW Hünfeld erreichte der 22-Jährige das Finale.

Im 64er-Teilnehmerfeld des deutschen Ranglistenturniers war der Lullusstädter an Nummer 16 gesetzt. Runde eins erledigte er ohne Spielverlust. Auch die zweite Runde - gegen die Nummer 635 der deutschen Rangliste - absolvierte er mit 6:2 und 6:2 problemlos.

Im Achtelfinale setzte er sich gegen die deutsche Nummer 99, Lucas Hellfritsch, ebenfalls klar durch (6:4, 6:1). Deutlich mehr Mühe hatte Henning im Viertelfinale mit Michael Hopp (169), den er knapp 7:5 und 6:4 bezwang. Gegen Calvin Müller führte der 22-Jährige bereits mit 6:3 und 4:0, ehe der 156. der deutschen Rangliste das Match aufgab.

Im Finale wartete mit Vorjahressieger Facundo Mena, immerhin die Nummer 361 der Tennis-Weltrangliste, der Topfavorit auf den Titel. Zwei Stunden lang hielt Henning gut dagegen und setzte den Titelverteidiger unter Druck. Letztlich hatte er aber gegen den erfahreneren Argentinier knapp mit 4:6, 4:6 das Nachsehen. Trösten durfte sich der Bad Hersfelder mit einem Preisgeld von 800 Euro. Benedikt Henning lebte und trainierte in den vergangenen vier Jahren vorwiegend in den USA. Am College of Charleston Athletics in South Carolina, USA, schloss er im Mai sein Studium mit einem Bachelor in Psychologie ab. Mit dem dortigen Team (All-CAA Singles First) feierte er zuletzt einige Tennis-Erfolge und -Siegesserien und heimste Ehrungen ein.

In den Semesterferien besucht er regelmäßig seine Geburtsstadt, um auf der Tennisanlage an der Unteraue zu trainieren. Wettkampfpraxis indes sammelte er während seines Deutschlandurlaubs jüngst beim TEC Darmstadt in der Hessenliga, mit dem er Ende Juli den Klassenerhalt feiern konnte.

Der Bad Hersfelder, in der deutschen Rangliste aktuell an Position 338 geführt, war in allen Jugend-Altersklassen Hessenmeister, hat als Youngster für den CSK 98 Kassel aufgeschlagen, später für den TC 31 Kassel und den Frankfurter TC Palmengarten. Er war unter den Top 20-Spielern der deutschen U18-Rangliste geführt und europaweit in der U16-Jugend sogar die Nummer 18. Ende August reist das Tennis-Ass wieder nach Charleston. „Planmäßig für ein Jahr, um an der Live to Play Tennis Academy in Charleston als Tenniscoach und Hittingpartner mit angehenden Tennisprofis zu arbeiten“, erklärt er.

„Mit den besseren Trainingsbedingungen kann ich mich auch selbst spielerisch weiterentwickeln.“ Im nächsten Jahr möchte Henning zunächst in den USA seine ersten ATP-Punkte sammeln, um dann in Deutschland weitere Turniere zu spielen und seine Karriere fortzusetzen.

Nächstes Ziel: Die Top 100 in Deutschland. In seine Heimat kehrt er zurück, um neben der sportlichen Laufbahn auch seinen beruflichen Ambitionen nachzugehen. So möchte er sein Psychologie-Studium fortsetzen und mit Master abschließen.

Von Mark Sleziona

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