FUSSBALLER-FAMILIE

Die Schillings sind Teamplayer

Die Familie Schilling: In der Mitte Mutter Dubravka, links Simon und rechts André Schilling.
+
Die Familie Schilling: In der Mitte Mutter Dubravka, links Simon und rechts André Schilling.

Die Familie Schilling aus Mansbach ist eine echte Fußballerfamilie. Simon Schilling ist Kapitän beim Gruppenligisten Eiterfeld. Sein älterer Bruder André hat ebenfalls dort gespielt. Beide sind Teamplayer, die kein Training verpassten. Vater Werner war einst eine Ikone bei der SG Hessen Hersfeld.

Mansbach – „Seit meinem 17. Lebensjahr klappere ich die Sportplätze ab“, sagt Dubravka Schilling, die alle nur „Duba“ nennen. Die Kroatin ist die Mutter im Hause Schilling, heute ist sie 63 - und sie war kräftig unterwegs mit ihren Männern. Mit ihrem 2002 verstorbenen Ehemann Werner, der lange für die SG Hessen Hersfeld kickte und hierzulande als Legende durchgeht. Mit ihren Söhnen André (heute 40), der lange in Eiterfeld spielte, und mit Marcel (38), der im Tennis ein Begriff war beim TC Hauneck-Eitra. Ihren jüngsten Sohn Simon begleitet Duba nach wie vor.

Als Werner Schilling starb, war Simon gerade mal acht. „Ich habe meinem Vater viel zu verdanken. Er hat mich schon als kleiner Junge trainiert. Er hat mir gleich das Duschen beigebracht und mir verinnerlicht: Wenn Training ist, ist Training. Durch seinen Tod ist etwas Großes weggebrochen“, betont Simon.

Die Familie hält zusammen

Immer wieder spürt man, wenn man sich mit Schillings unterhält, wie wichtig die Bedeutung des familiären Zusammenlebens war und noch ist. „Ohne meine Mutter, ohne meine Brüder hätte ich es auf keinen Fall geschafft. Sie haben mich unterstützt, wo sie nur konnten“, weiß der 26-Jährige. Der sei schon immer ein „lieber und zuverlässiger Junge“ gewesen, „ich konnte mich immer auf ihn verlassen“, sagt Duba heute, wenn sie über den jüngsten ihrer drei Söhne spricht. Seine Mutter habe ihn quasi alleine großgezogen, „ihn zum Training zu fahren, da konnte ich nicht Nein sagen.“ André pflichtet ihr bei, auch er half nach Kräften. „Keiner von uns wollte ein Training verpassen. Da waren wir alle gleich“, betont der 40-Jährige. Duba sagt, wie es war. „Das haben sie von Werner. Wir sind immer ein eingespieltes Team gewesen in unserer Familie. Durch Werners Tod haben die Jungs noch mehr zusammengehalten. Und jeder hat seinen Weg gemacht.“

Werner hatte in Hünfeld gespielt, „und da wollte ich auch hin“, erinnert sich Simon an seine junge Laufbahn. Aus Hohenroda zog es den Elfjährigen nach Hünfeld, wo er insgesamt elf Jahre verbrachte, im Nachwuchs vier Jahre auf Hessenebene kickte, später bei den Männern in Gruppen- und Verbandsliga. 2016 wechselte Simon nach Eiterfeld, und die Veränderung war vorbestimmt. André, als spielintelligenter Fußballer bekannt und mit sensiblem linken Fuß ausgestattet, spielte bereits „Am Hain“. André habe ihn als kleinen Jungen mit in die Kabine genommen, und als sein älterer Bruder und das Team trainierten, habe Simon auf dem Platz seine Übungen gemacht. Auch auf der Massagebank lag er spaßeshalber, „da hat man gesehen, dass Simon ein Fußballer wird“, bemerkt André. Kurzum: Simon war überall dabei. „Auch wegen des Studiums war es die richtige Entscheidung, nach Eiterfeld zu gehen“, sagt Simon rückblickend. Das war zeitaufwändig, er studierte BWL auf dualem Weg, machte seinen Bachelor, später den Master in Wetzlar - und arbeitet unweit des Eiterfelder Sportplatzes. Was das Kicken betrifft, erklärt er: „Ich fühle mich dort wohl, wir haben eine gute Truppe, im Verein wird sehr viel gemacht, und wir haben einen super Trainer.“

Ein Wunsch aber erfüllte sich nicht. Aus Andrés Sicht. „Ich hätte gerne noch mit Simon zusammengespielt. Das war mein Ziel.“ 2010 hatte André einen Autounfall. „Simon war damals 16, ich 30.“ André war beim VfL Eiterfeld auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Eines aber bleibt: Die Mutter der Schilling-Brüder kann noch heute die Sportplätze der Region abklappern.

Von Walter Kell

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare