Fußball-Torjäger aus dem Kreis Hersfeld-Rotenburg

Auf Lewandowskis Spuren: Kallée und Winter knackten die 40-Tore-Marke

Im Bayern-Trikot und mit Pokalen: Fußball-Torjäger Fabian Kallée
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Im Bayern-Trikot und mit Pokalen: Fabian Kallée, der die 40-Tore-Marke mit Niederaula/Hattenbach gleich dreimal hintereinander knackte.

Am Samstag hat Robert Lewandowski seinen 40. Treffer in dieser Saison geschossen und mit Gerd Müller gleichgezogen. Dessen Bestmarke stammt aus der Fußball-Bundesliga-Serie 71/72. 40 Tore in einer Saison – diese Rekordzahl haben auch Christian Winter und Fabian Kallée geschafft.

Bad Hersfeld – Während Winter in der Saison 2010/11 48 Mal für die SG Hessen/SpVgg einlochte, schaffte Kallée sogar dreimal hintereinander das Kunststück, mehr als 40 Tore zu schießen. Von 2003 bis 2006 war er für die SG Niederaula/Hattenbach 126 Mal erfolgreich, er traf allein in den Punktspielen 40, 42 und 44 Mal.

Dieser Rekord ist bis heute unerreicht und dürfte wohl auch noch länger Bestand haben. Stürmer seiner Kategorie sind rar gesät. Hinzu kommt: In Niederaula gab es auch gute Mitspieler, zum Beispiel Matthias Völker, Sascha Decher oder Ernest Veapi und Sebastian Fey. Von den Fans der „Nordkurve“ im Niederaulaer Stadion bekam er damals sogar Pokale, die von Günther Radke überreicht wurden. „Darauf bin ich heute noch stolz.“

Wenn der heute 41-jährige Spielertrainer des SV Unterhaun gefragt wird, welcher von den zahlreichen Treffern in Erinnerung geblieben ist, dann kann er sich auf Kommando nur an einen erinnern, den er in der Relegation in Borken geschossen hatte: „Das war ein Tor von Höhe Außenlinie-/Ecke Strafraumgrenze hoch ins andere Eck.“ Wie einst Lothar Emmerich bei der WM ‘66 gegen Spanien – nur: noch schöner.

Oder später in der Relegation zur Landesliga das 1:0 gegen Kassel-Nordshausen. Oder die drei Treffer beim 5:4 im ersten Landesliga-Heimspiel gegen den SVA Bad Hersfeld nach 0:2-Rückstand, oder.., oder ... Meistens muss er sich erst die Zeitungsartikel noch einmal ansehen, die seine Mutter Karin alle aufgehoben hat, ehe ihm der ein- oder andere Treffer dann doch noch einmal einfällt.

Jeder Verein hat seinen eigenen Ordner. Die Hünfelder Akte beispielsweise verzeichnet in 75 Hessenligaspielen 29 Tore – das ist auch ein Schnitt, der sich sehen lassen kann.

Die Partie am Samstag zwischen Freiburg und dem Deutschen Meister hat sich der Bayern-Fan, der auch ein Trikot von dieser Saison besitzt, ganz bewusst angeschaut. „Der Rekord von Müller war ja wie für die Ewigkeit festgemauert. Aber wenn es einer schaffen konnte, ihn zu knacken, dann Lewandowski.“ Er sei der kompletteste Stürmer der Bundesliga, einen besseren gibt es für Kallée derzeit nicht. „Sein Name steht genauso für Kaltschnäuzigkeit wie für Athletik und Kopfballstärke.“ Müller habe er nie richtig spielen sehen. „Ich kenne ihn eben nur von den Fernsehaufzeichnungen.“

Kallée, der mit seiner Frau Sabrina und den Kindern Emilian (6) und Kiara (4) in Asbach lebt, hält nichts von der Meinung der meist älteren Bayern-Fans, die Lewandowski am letzten Spieltag gegen Augsburg am liebsten auf der Bank sehen würden, damit er den Rekord von Müller nicht übertrumpfen kann. „Das finde ich totaler Quatsch. Wenn einer das sportlich erreichen kann, dann soll er auch die Möglichkeit bekommen.“ Mit 41 Jahren ist Kallée ehrgeizig wie eh und je. In Unterhaun hat er Mitspieler, die ebenfalls torhungrig sind wie er. Daniel Pfromm oder Adrian Bohle beliefern ihn nicht nur mit Pässen und Flanken, sondern treffen auch. Doch an der 40-Tore-Marke hat bislang keiner gekratzt.

Rekordtorschütze für die Hessen: Christian Winter (links), hier gratulieren ihm André Deneke (Mitte) und Michael Pfalzgraf zu einem seiner vielen Treffer.

Während Kallée dreimal über die 40-Tore-Grenze kam, gelang Christian Winter dieses Kunststück einmal. Dafür kratzte er mit 48 Toren an der 50er-Marke. „Das habe ich aber nur einmal geschafft, die Saison drauf waren es aber immer noch um die 30“, erzählt er. Besonders gut bei den Hessen verstand er sich mit seinen Mitspielern Felix Reiche, André Deneke oder Lukas Müller-Siebert. „Das hat richtig Spaß gemacht, jeder Spielzug hatte eine besondere Note.“

Für Winter, der mit seiner Frau Julia und seinen vier Kindern Joshua, Hanna, Marie und Annelie in Schenklengsfeld lebt, hat es Lewandowski verdient: „Er hat sich bei den Bayern noch weiterentwickelt, obwohl er schon 32 ist.“

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