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Die Breitenbacherin Sandra Barborseck eilt von einer Bestleistung zur nächsten

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Hat gut lachen: Sandra Barborseck vom TV Breitenbach ist eine der überragenden Läuferinnen Waldhessens in diesem Jahr. © Foto: Schattner/nh

Breitenbach. „Es hat mich genervt, dass ich bei schönem Wetter in der Bude gehockt habe. Also hab’ ich mit einer Freundin ein paar Runden draußen gedreht.“ Sandra Barborseck erinnert sich ziemlich genau an ihre allerersten Anfänge als Läuferin. Wie sie zum Laufen kam.

Etwa zehn Jahre ist es her, dass die Breitenbacherin, heute 41, das Fitnessstudio verließ und das Laufen für sich entdeckte. „Erst hab’ ich mal reingeschnuppert“, erinnert sie sich. Doch wenn man in dem Ort wohnt, der einen der größten Ausdauersportvereine der Region beherbergt, ist der Weg nicht weit zum Lauftreff des TV Breitenbach. Sandra Barborseck fand ihn. Seitdem sagt sie übers Laufen zwar immer noch: „Es ist ja ein Hobby.“ Aber dass der Sport an den meisten Tagen der Woche ihren Tageslauf mitbestimmt, ist unverkennbar. „Einen Ruhetag gönne ich mir, an den anderen bin ich unterwegs“, sagt sie. Wobei die Lust auf längere Strecken schnell da war: „Ich wollte sofort wissen, wie man einen Marathon angeht.“

„Ich wollte sofort wissen, wie man einen Marathon angeht.“

Das Resultat stets steigenden Trainingseifers ist stets steigender Wettkampferfolg. Ihren allerersten Wettkampf, einen Fünf-Kilometer-Lauf in 26:26 Minuten, hat die 41-Jährige nicht vergessen – dennoch zählen für sie mittlerweile ganz andere Zahlen. „Ich habe mich immer stetig gesteigert“, sagt sie. Und findet das toll: „Wenn ich mich um Längen verbessere – vielleicht erreiche ich dann ja so eine Zeit nie wieder.“

Erreicht hat Sandra Barborseck, dass ihr Name in den vergangenen Jahren untrennbar mit dem Nordhessencup verbunden ist. Dabei hat sie über zehn Kilometer eine fast unheimliche Siegesserie hingelegt: Seit 2007 ist sie in der Gesamtwertung ungeschlagen. Schon 2002 und 2003 gewann sie.

Dabei purzelten gerade in diesem Jahr die Bestleistungen. 38:08 Minuten auf der Bahn und 38:30 auf der Straße hat sie über zehn Kilometer zu Buche stehen, 1:23,22 Stunden im Halbmarathon. Im Frühjahr, an einem heißen Tag, scheiterte sie in Hamburg um 16 Sekunden am großen Ziel, ihre Marathon-Bestzeit unter drei Stunden zu drücken.

„Da haben wir beschlossen, es noch mal zu versuchen“, sagt Sandra Barborseck – und plante für Frankfurt. Nochmals baute sie das Marathontraining auf, lief unter der Woche rund 50 Kilometer und am Wochenende noch mal so viel. Der Lohn war eine Punktlandung: In 2;59,20 Stunden lief sie in der Festhalle ein. Und dachte bei aller Freude sofort weiter: „Man ist im Ziel und fragt sich: Wo kann ich noch was verbessern?“ Dabei steht sie mit ihren Zeiten in der hessischen Bestenliste in ihrer Altersklasse auf ihren Strecken ganz vorn.

Nie verletzt laufen

Bei allem Ehrgeiz käme ihr jedoch eins auf keinen Fall in den Sinn, was sie bei manchem Wettkampf bei der Konkurrenz beobachtet: „Viele Läufer gehen angeschlagen oder verletzt auf die Strecke, manchmal sogar mit Schmerzmitteln.“ Nein, dafür macht ihr das Laufen zu viel Spaß.

Von Rainer Henkel

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