Nachspielzeit

Spielerwechsel, Schwund und Fehltritte

Sportredakteur Sascha Herrmann
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Sascha Herrmann

In dieser Kolumne geht es um Spielertransfers in der Kreisoberliga, weniger Frauenteams und um Fußballer auf Abwegen.

Das Transfer-Fenster ist geöffnet. Weil die Corona-Krise alle Zeitpläne und Terminkalender durchkreuzt hat, dauert die Wechselfrist im deutschen Profifußball diesmal bis Anfang Oktober. Drei Monate also dürfen die Fußballfans gespannt sein, was sich bei ihrem Lieblingsklub so tut. Aufgrund der Dauer der Transferperiode dürfte das bei vielen Vereinen erst einmal nicht allzu viel sein. Die meisten Klubs haben durch Corona viel, viel Geld verloren und müssen den Gürtel enger schnallen. Jetzt ist Verhandlungsgeschick gefragt – und Geduld. Diese müssen wohl auch die Fans aufbringen.

Mit vielen Neuverpflichtungen – darunter auch zwei Hochkarätern – hat die SG Mecklar/Meckbach/Reilos auf sich aufmerksam gemacht. Zu einer ambitionierten Zukunft gehört bei der Spielgemeinschaft aus Ludwigsau auch, dass sich der Kreisoberligist fortan SG MMR nennt – was auch nicht unbedingt griffiger ist, aber um einiges kürzer. Das Beflocken von Trikots und Trainingsanzügen dürfte jetzt jedenfalls flotter von der Hand gehen. Und auch sportlich soll’s nach vorn gehen. Mit den Prokopenko-Brüdern, Lukas Müller-Siebert und „Mister MMR“, André Deneke, verfügt der runderneuerte Kader über eine Qualität, die in der Kreisoberliga für einen der vorderen Plätze reichen sollte.

Dort fand sich zuletzt auch Vizemeister SG Festspielstadt/SVA/SpVgg wieder, der nur knapp den Wiederaufstieg verpasste. Doch jetzt haben gleich sechs Spieler die Hersfelder in Richtung MMR verlassen. Dass sie den Trainern Tobias Grimmer und Roman Prokopenko folgen – die sich dort seit der Winterpause engagieren – dürfte bei den Verantwortlichen der Festspielstädter nicht unbedingt für beste Laune gesorgt haben. Und sind wir mal ganz ehrlich: Etwas Geschmäckle hat die Sache schon.

Keine guten Nachrichten gibt es von der Basis. Nur noch sieben Frauenfußballmannschaften aus dem Kreis werden in die neue Saison gehen, nachdem der SV Kathus und Haselgrund/Breitenbach ihre Teams zurückgezogen haben. Noch schlechter sieht es bei den Junioren aus. 113 statt zuletzt 130 Mannschaften nehmen den Spielbetrieb auf. Das gibt Anlass zur Sorge.

Und sonst? Manuel Neuer schmettert im Kroatien-Urlaub ein Lied einer rechtsnationalen kroatischen Band und lässt sich dabei filmen. Der Schalker Matondo hält sich im Dortmund-Trikot seines Kumpels Jaden Sancho fit – und postet das eifrig auf Instagram. Und Sebastian Vettel? Fährt im Ferrari fluchend hinterher. Komische Corona-Welt.

Schönes Wochenende –

und bleiben sie gesund!

Von Sascha Herrmann

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