Snooker: Hannes-Hühn erreicht das Halbfinale

Konzentration: Jörn Hannes-Hühn zielt mit dem Snooker-Queue. 

Bad Hersfeld. Der Hersfelder Snooker-Spieler Jörn Hannes-Hühn hat beim Finalturnier der German Snooker-Tour in Bielefeld das Halbfinale erreicht.

Hannes-Hühn gehört auch mit 43 Jahren bundesweit immer noch zu den Besten in seiner Sportart: „Es lohnt sich in meinem Alter durchaus noch, zu trainieren“, sagt er. Der Unterhauner nimmt inzwischen zwar nur noch sehr dosiert an Snooker-Turnieren teil – maximal zehn pro Jahr –, doch das reicht, um sich für sportliche Großereignisse wie die Deutsche Meisterschaft oder eben das Finalturnier der German Snookertour zu qualifizieren.

Nur die besten deutschen Snookerspieler sowie einige Aktive aus den europäischen Nachbarstaaten waren unter den Teilnehmern. Sie alle lockte das Preisgeld in Höhe von 8000 Euro. Der Sieger des Finalturniers, Simon Lichtenberg, kassierte 1700 Euro. Hannes-Hühn durfte sich als Halbfinalist immerhin mit 600 Euro trösten.

Lockerer Auftakt

Nach einem lockeren 4:0-Sieg in der ersten Runde erwartete den Unterhauner ein fast fünf Stunden dauernder Krimi. 3:1 hatte er bereits nach Frames geführt, als er den Faden verlor, nichts mehr traf und auch im Entscheidungsframe in Rückstand geriet. „Ich habe das Queue gewechselt. Das gab mir wieder Selbstvertrauen. Snooker ist halt ein Psycho-Sport“, doziert Hannes-Hühn. Mit dem neuen Spielgerät kam die Wende: Die folgende 27er-Serie konnte sein Kontrahent nicht mehr kontern.

Seinen Achtelfinalgegner, Felix Frede, mit einer Bilanz von 51:10 Matches einer besten Tour-Spieler, bezwang er mit 4:1. Und in der Runde der letzten Acht warf er den Veranstalter der Tour und erfolgreichen Vielspieler Jürgen Kesseler (64:28-Bilanz) mit 4:0 aus dem Turnier. „Aber alle Frames waren eng und wurden jeweils erst auf Pink oder Schwarz (die beiden Bälle mit den höchsten Werten, d. Red.) entschieden. Es hätte also auch anders ausgehen können“, sagt Hannes-Hühn.

Gegen Lichtenberg ging es dann allerdings „ziemlich schnell in die falsche Richtung“, fasst er seine klare 0:4-Halbfinal-Niederlage zusammen. Selbst eine kleine Chance in Frame drei blieb ungenutzt. „So etwas darf man sich gegen Lichtenberg nicht leisten. Gegen ihn hatte ich – anders als gegen andere Spieler – das Gefühl, nicht gewinnen zu können.“ Lichtenberg wird nächstes Jahr auf Profitour starten. Hannes-Hühn traut ihm zu, der erste deutsche Spieler zu sein, der sich dort durchsetzen kann.

Das nächste große Turnier-Highlight für den Waldhessen ist die Deutsche Meisterschaft Mitte November in Bad Wildungen. Als Zehnter der Grand Prix-Rangliste ist er dort gesetzt. 

Von Mark Sleziona

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