Ski-Weltcup-Erfolg als Lohn

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Startbereit: Paula Brenzel (rechts) mit dem „G“ für „Guidin“ und Noemi Ristau bei einem Weltcup-Rennen. Am Ende der abgebrochenen Saison lag das Duo in der Gesamtwertung vorn.

Zusammen mit ihrer Partnerin Noemi Ristau ist Paula Brenzel aus Schenklengsfeld Siegerin des paralympischen Weltcups geworden.

Die Saison war von jetzt auf gleich vorbei – Paula Brenzel und Noemi Ristau teilen das Los wohl fast aller Sportler in diesen Tagen. Allerdings trifft es die beiden Alpinen Skiläuferinnen etwas weniger als andere – es standen nur noch wenige Rennen aus, und der geplante Wiederbeginn der Wettkämpfe Ende August erscheint nicht unmöglich.

Die 20-jährige Paula Brenzel aus Schenklengsfeld, für die Ski-Gemeinschaft Kreis Rotenburg am Start, sowie ihre sehbehinderte Partnerin Noemi Ristau aus Marburg waren erfolgreich bei den Rennen des paralympischen Weltcups unterwegs. So erfolgreich, dass sie zum Zeitpunkt des Abbruchs in Führung lagen. „Wir haben den Gesamt-Weltcupsieg zuerkannt bekommen“, erzählt Brenzel stolz.

Paula Brenzel

Auch für ihre Partnerin Noemi Ristau, eine 28 Jahre alte Ergotherapeutin, war es der erste Triumph in dieser Wertung. Bei fast allen Rennen der Saison waren Ristau und ihre „Guidin“, wie es eingedeutscht heißt, – also sinngemäß Lotsin – Brenzel aufs Treppchen gefahren.

Schade finden die beiden allerdings, dass die letzten Saisonrennen in Schweden und Norwegen ausfielen. „Wir hätten die Bedingungen dort gern einmal kennengelernt“, sagt Paula Brenzel. Schließlich findet die Weltmeisterschaft im kommenden Jahr im norwegischen Lillehammer statt. Zudem hätten die beiden sich dort auch erstmals in einem Abfahrtsrennen versuchen können. „Wir hatten viel dafür trainiert“, sagt Brenzel. Fernziel bleiben für beide die Winter-Paralympics in Peking im Jahr 2022.

Inzwischen aber sind beide im Sommertraining. Während Paula Brenzel viel Fahrrad fährt und lange Läufe unternimmt – „bis zu eineinhalb Stunde“, ist Noemi Ristau vornehmlich auf Inlinern unterwegs, wie die Schenklengsfelderin weiß.

Ansonsten stehen Ausdauer und Kraft im Vordergrund. „Es wäre großartig, wenn Noemi den gecarvten Schwung noch besser hinbekommt“, sieht sie noch viel Entwicklungspotenzial für das Duo, das auch privat befreundet ist. „Natürlich haben wir eine sehr gute und enge persönliche Bindung“, sagt die Sportmanagement-Studentin. „Aber gerade dann ist der räumliche Abstand jetzt auch einmal okay, und dass man Zeit hat, sich mal wieder etwas mit sich selbst zu beschäftigen.“ Trotzdem telefonieren die beiden viel und skypen, stimmen sich mit dem Training ab. Losgehen soll die Saison Ende August in Saas-Fee. „Möglicherweise etwas später“, orakelt Pauka Brenzel. „Denn der Andrang in einem solchen Skigebiet mit den vielen Menschen in den Gondeln – ob das dann schon wieder möglich ist, das weiß ich nicht.“

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