Sein Spielfeld ist das Internet

„FIFA 21“: Christoph Allendorf hat vierzigtausend Follower auf „Twitch“

Christoph Allendorf hat das geschafft, wovon viele Jugendliche heutzutage träumen. Er verdient Geld durch das Übertragen von Videospielen im Internet.

Arbeitsplatz: Während seiner Live-Streams erhält Allendorf Unterstützung von seiner Bulldogge Jane.

Bad Hersfeld/Kassel - Unter dem Namen „hassliebetv“ folgen Christoph Allendorf mittlerweile knapp vierzigtausend Menschen auf dem Live-Streaming-Videoportal „Twitch“ (siehe Kasten). Allendorf hat vor vier Jahren, während seines Studiums mit dem Live- Streaming begonnen. „Die Vorstellung, dass es Leute gibt, die mir beim Videospielen zusehen wollen fand ich irgendwie interessant“, antwortet der gebürtige Hersfelder auf die Frage, warum er mit dem Live- Streaming begonnen habe.

Die ersten Monate habe er teilweise nur mit bis zu fünf Zuschauern gesendet. Ohne Unterstützung von größeren Streamern sei es schwer, schnell an Reichweite zu gewinnen, erklärt der 29-Jährige. Nach der harten Anfangsphase gelang es Allendorf, mit seiner ehrlichen und emotionalen Art, schnell viele Leute in seinen Bann zu ziehen. „Der erste Meilenstein waren hundert Live- Zuschauer. Ich war fasziniert von der Idee, mit so vielen unterschiedlichen Charakteren gleichzeitig über den Chat interagieren zu können“, beschreibt Allendorf den Reiz am Live-Streaming.

Mittlerweile hat der bekennende Anhänger des Hamburger Sportvereins im Durchschnitt über 700 Zuschauer. Vornehmlich streamt Allendorf die Fußballsimulation „FIFA“. Durch das Spiel ist er auch auf seinen Namen „hassliebetv“ gekommen. „Jeder der schon mal „FIFA“ gespielt hat, weiß, wie der Name gemeint ist. Das Spiel kann einem den letzten Nerv rauben und dennoch ist die Vorfreude jedes Jahr riesig, wenn die neue Version an den Start geht“, erklärt Allendorf lachend.

Mit „FIFA 21“, ist die neuste Auflage des Spiels seit Anfang Oktober auf dem Markt. Diese Zeit ist für Allendorf die intensivste. „Das Interesse und die Zuschauerzahlen sind zum Beginn einer neuen Saison natürlich am höchsten“. In dieser Zeit streamt Allendorf häufig bis zu 160 Stunden im Monat. Vor allem am Wochenende ist er oft live, da dann die meisten seiner Zuschauer Zeit haben, ihn zu verfolgen.

Das Durchschnittsalter von „Twitch-Nutzern“ ist für Allendorf nicht pauschal auszumachen, „von Jugendlichen, die noch zur Schule gehen, bis zum vierzig Jahre alten Familienvater ist in meiner Community alles dabei“. Mittlerweile haben sich durch das Live-Streaming auch Aktionen in der „echten Welt“ ergeben.

Einer seiner Zuschauer machte Allendorf Anfang des Jahres auf einen jungen Menschen mit Hirntumor aufmerksam. Nach einem kurzen Austausch, mit der Familie des Jungen, organisierte der Bad Hersfelder Streamer eine Spendenaktion, bei der über 2000 Euro für die speziellen Medikamente zusammen kamen.

Neben dieser besonderen Aktion stechen für den ehemaligen Stürmer der FSG Bebra vor allem zwei Momente heraus. Zum einen zwei Duelle gegen einen der bekanntesten E-Sportler Deutschlands: Benedikt „Salz0r“ Saltzer vom Bundesligisten VfL Wolfsburg, die der Wahlkassler beide für sich entscheiden konnte. Zum anderen sein Zuschauerrekord mit über 2400 Live-Zuschauern.

Der gelernte Industriekaufmann setzt diese Zahl gerne ins Verhältnis zu regionalen Fußballduellen. „Wenn zu einem Spiel ins Stadion an der Oberau in Bad Hersfeld über zweitausend Menschen kommen, dann würde der Sportplatz aus allen Nähten platzen.“ Als Ziel für 2021 hat sich Allendorf gesteckt, dass er seine Reichweite auf anderen Social-Media Plattformen wie zum Beispiel Instagram oder Youtube vergrößert, um dort auch für mögliche Kooperationspartner interessant zu sein. twitch.tv/hassliebetv

Von Niklas Hampe

Rubriklistenbild: © Christoph Allendorf/privat

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