Handball-Landesliga: 36:30 – Hersfeld schaltet gegen Zwehren nach 28:15-Führung zurück

TVH schont seinen Gast

Bad Hersfeld. Es sollte ein Heimsieg werden – und es wurde einer. Ein absolut ungefährdeter sogar. Beim 36:30 (20:11)-Erfolg des Handball-Landesligisten TV Hersfeld gegen die HSG Zwehren/Kassel waren die Gäste lange Zeit kein ebenbürtiger Gegner.

Würde ein Handballspiel nur 40 Minuten dauern, so hätte sich der TVH am Ende sicherlich zu Recht viel, viel Beifall von seinem Publikum abgeholt. Denn nach einer ganz starken Vorstellung führte die Mannschaft von Trainer Dragos Negovan nach zwei Dritteln der Spielzeit mit 28:15. Zwehren hatte bis dato nur leidlich Landesliga-Niveau aufs Parkett bekommen und konnte einem phasenweise Leid tun. Schon zur Pause hatten die Nordhessen, die sich 2011 mit Eitra/Oberhaun noch ein Kopf-an-Kopf-Rennen um den Aufstieg in die Oberliga geliefert hatten, aussichtslos mit 11:20 zurückgelegen.

Dann aber, nach eben diesen 40 Minuten, begann Negovan munter durchzuwechseln. Doch der zweite Anzug der Hersfelder passte an diesem Samstagabend weder hinten noch vorn. Außer dem jungen Torhüter Tobias Kretz, der sogar drei Siebenmeter entschärfte (zwei Treffer erst im Nachschuss), und Routinier Tobias Lüder-Lühr, der in der Schlussphase dreimal vom Kreis erfolgreich war, erreichte keiner der Akteure Normalform.

Bruch im Spiel

Die Folge: Der Spielfluss geriet ins Stocken. Uninspirierte Aktionen im Angriff und technische Fehler zuhauf aus denen eine ganze Reihe Tempogegenstöße resultierten. So kam es, dass die Gäste, die bis dato auf dem besten Weg zu einem Debakel waren, die letzten 20 Minuten mit 15:8 (!) für sich entschieden und somit am Ende sogar noch mit einem passablen Ergebnis den Heimweg antreten durften. Nicht wenige der gut 200 Zuschauer dürften sich deshalb mit gemischten Gefühlen auf denselben gemacht haben.

Hersfelds Trainer Negovan machte sich darüber keine Gedanken. „Wann, wenn nicht zu diesem Zeitpunkt, soll ich allen Spielern Spielpraxis geben“, fragte er. Seine Stammformation vielleicht doch noch einmal ins Spiel zu bringen, hielt er für keine gelungene Option. „Das wäre das falsche Signal gewesen. Das hilft keinem weiter und ist nicht meine Art“, stellte der 40-jährige Rumäne klar. Und so hakte Negovan das Spiel unter der Kategorie „zufriedenstellend“ ab. „Wir haben 40 Minuten sehr gut gespielt und haben mit den beiden Siegen die Grundlage für eine erfolgreiche Rückrunde gelegt“, befand er. Und hatte damit eigentlich auch Recht.

Frühe Entscheidung

Der TVH hatte den Kasselern mit einer aggressiven 5:1-Abwehr, in der neben Andreas Krause im Zentrum auch immer noch Lars Matthiessen auf Halbrechts vorrückte, schon früh den Zahn gezogen. Nur fünf Minuten war Zwehren im Spiel, dann schon hatte sich der TVH auf 8:4 (10.) und über 13:8 (20.) bis zur 25. Minute auf 17:9 abgesetzt. Für den ersten Zehn-Tore-Vorsprung sorgte Marco Kemmerzell dann kurz vor der Pause.

Immer wieder kam Hersfeld zu Ballgewinnen, die sie – vor allem über Sven Wiegel, dem fünf Treffer gelangen, und Lars Keller (4) – zu Tempogegenstößen nutzten. Doch auch im Positionsangriff wussten die Hersfelder zunächst zu gefallen. „Wir können die nächsten Spiele zuversichtlich angehen“, meint Trainer Negovan. Schon am Freitag (20 Uhr) kommt Hünfeld zum Derby in die Geistalhalle.

TV Hersfeld: Hüter (bis 40.), Kretz (ab 40.) - Jordan 3, Kemmerzell 5/3, Krause 6, Matthiessen 8, Keller 4, Wiegel 5/1, Röder 2, Lüder-Lühr 3, Förtsch, Ley

Zwehren/Kassel: Wasmann, Mösta - Dümer, Griesel 1, Anders 3, Stell 4/1, Ringleb 2, Alheit, Naß 1, Schütz 6, Rittmeier 2, Stingel 4, Wolk 7/2

SR: Hau/Kremser (Dipperz/Hainzell) - Z: 200

Strafzeiten: 14:0 Minuten

Siebenmeter: 4/4:9/6

Von Sascha Herrmann

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