Mengshäuser Luftgewehr-Team will in der 2. Bundesliga neuen Anlauf für Wiederaufstieg nehmen

Der Schock sitzt bei allen sehr tief

Manuela Schmermund steckte sogar noch am Montag der Frust in den Knochen. Am Telefon klang ihre Stimme sehr leise, als die Mengshäuser Teamchefin den Relegationskampf von Hannover analysierte. „Wir sind alle sehr geschockt gewesen von unseren Ergebnissen. Wir haben einfach zu schlecht geschossen“, meinte die Silbermedaillengewinnerin von London. Dass es in der Endabrechnung nur an einem einzigen Ring gelegen hat, der der SGi den Klassenerhalt kostete, bezeichnet sie als besonders tragisch. Schmermund: „Es ist eben das i-Tüpfelchen auf eine schlechte Saison gewesen, in der wir bei den ganzen Niederlagen das Pech auf unserer Seite hatten.“

„Es waren eben alle sehr nervös.“

Manuela Schmermund

Die ganze Mannschaft sei dem hohen Druck in der Relegation und auch in den Wettkämpfen zuvor nicht gewachsen gewesen. „Das war letztendlich nur eine reine Nervensache. Es waren eben alle sehr nervös. Das konnte man an den Ergebnissen genau beobachten. Das hat sich aber aufgebaut. Es ging aber schon die gesamte Serie über“, meinte sie über das „Aus“ nach fast genau zwei Jahren in der Bundesliga. Enttäuscht waren aber nicht nur die Mitglieder der Mannschaft, sondern auch die rund 40 Fans, die mit im Bus nach Hannover gereist waren. „Sie haben alles gegeben und uns nach Leibeskräften angefeuert. Daran kann es einfach nicht gelegen haben, dass wir so schlecht geschossen haben“, sagte Schmermund weiter.

Ärgerlich ist für die Mengshäuser Schützen auch, dass sie beim Bundesliga-Finale für Luftgewehr und Luftpistole in Rotenburg am kommenden Wochenende nur als Zuschauer dabei sein werden.

Von Anfang an skeptisch

Seit Sonntag steht sogar fest, dass sie als Ausrichter noch nicht einmal Erstligist sind. „Ich war von Anfang an skeptisch, dass wir da überhaupt eine Chance haben, teilzunehmen. Wir werden aber trotzdem alles dafür tun, dass es für alle Beteiligten eine tolle Veranstaltung werden wird. Auch wenn wir abgestiegen sein sollten – wir werden gute Gastgeber sein“, erklärt Schmermund.

Trotz aller Negativ-Ergebnisse der vergangenen Wochen: Der Wiederaufstieg soll fest ins Auge gefasst werden. „Im Prinzip haben wir schon am Sonntagabend begonnen, uns für das Projekt Wiederaufstieg zu rüsten. Auch wenn es ein Spruch für das Phrasenschwein ist – unser Mannschaftsmitglied Patrick Seyfarth hat gesagt, dass wir aus diesen Niederlagen in der Relegation in Hannover gestärkt hervorgehen werden“, fügte Schmermund an.

Wie die SGi Mengshausen an dieses Projekt herangehen wird, ist noch offen. „Das Bundesligafinale in Rotenburg muss erst einmal vorbei sein, dann müssen wir uns eben zusammensetzen und Nägel mit Köpfen machen,“ sagt Schmermund.

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Von Hartmut Wenzel

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