Handball-Landesliga: Hersfeld bezwingt tapfere Wehlheider mit 35:30

TVH schleppt sich zum Erfolg

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Ist nur schwer zu halten: Fynn Reinhardt (in Blau), der 18-jährige Youngster des TV Hersfeld.

Bad Hersfeld. Pflichtaufgabe erfüllt: Handball-Landesligist TV Hersfeld hat am Samstagabend die TG Wehlheiden mit 35:30 (18:17) bezwungen. Nicht mehr und nicht weniger. Die von Trainer Dragos Negovan eingeforderte überzeugende Leistung blieb der Tabellenzweite trotz seines sechsten Sieges in Folge aber schuldig.

Deshalb war der Rumäne nach Spielschluss auch nicht sonderlich zufrieden. „Dass Positive ist, dass wir wieder gewonnen haben. Das zählt letztendlich. Aber wir haben überhaupt keine gute Abwehr gespielt und auch mit der Einstellung und Körpersprache der Jungs bin ich nicht einverstanden“, bilanzierte Negovan. Ein Sonderlob verteilte der Coach an die Youngster Fynn Reinhardt (18) und Jannis Deppe (19), der sein bislang stärkstes Spiel für den TVH absolvierte. „Die beiden Jungs waren die Stärksten heute“, meinte er. Reinhardt war mit sieben Treffern bester Werfer der Hersfelder, Deppe machte viel Alarm über Linksaußen und traf immerhin viermal.

Wann würde Wehlheiden wohl einbrechen, fragten sich die etwa 250 Zuschauer in der Geistalhalle. Und warteten – und warteten. Bis zur 50. Minute hielten die überraschend frechen und spielfreudigen Kasseler Schritt, gingen sogar noch einmal mit 25:24 in Führung. Dann aber legte der TVH einen 7:1-Lauf hin und setzte sich entscheidend auf 31:26 ab, wobei Deppe mit drei Treffern glänzte. Besonders schön die Treffer 27 und 28. Zunächst traf Sven Wiegel im Fallen mit der Rückhand, dann profitierte Deppe am Kreis von einem großartigen Rückhand-Anspiel Reinhardts. Und endlich einmal sah man Emotionen und Körpersprache. Aber warum erst jetzt?

„Ich hatte heute schon beim Aufwärmen das Gefühl, dass einige nicht so richtig bei der Sache sind“, verriet Torwart Kai Hüter später. Und legte noch nach: „So wie wir die Woche über trainieren, so spielen wir auch. Da müssen wir uns nicht wundern, wenn wir bald die Halle leer spielen“, ärgerte sich der Routinier. Der 38-Jährige hatte Tobias Kretz, der diesmal kaum einen Ball zu fassen bekam, bereits nach zehn Minuten abgelöst und seine Mannschaft mit einigen Paraden und lautstarken Anweisungen („Wollen wir jetzt vielleicht auch mal Abwehr spielen?“) in die Spur gebracht.

Erst beim 12:11 glückte den Gastgebern die erste Führung – absetzen konnte sich der TVH aber weder vor noch nach der Halbzeit. In der Abwehr zu unaufmerksam und langsam, im Angriff viel zu oft mit Einzelaktionen – so präsentierten sich die Blau-Weißen am Samstagabend.

„Wenn wir am nächsten Sonntag in Twistetal so spielen, werden wir es sehr schwer haben“, sagte Dragos Negovan. Wohlwissend, dass man als Tabellenzweiter auf ziemlich hohem Niveau klagt.

TV Hersfeld: Kretz (1-9.), Hüter (9.-60.) - Deppe (4), Köpke, M. Krause, Kemmerzell (5/4), Förtsch (1), Petersen (3), Wiegel (3), Reinhardt (7), A. Krause (6), Matthiessen (3), Kromm (3).

Wehlheiden:  Diederich, Schengel - Rudolph 5, Muth 2, Kutzner 5, Lausch 1, Geßner 6, Reinbold 1, Gunkel, Bachmann 2, Kühn 2, Winterhoff 6/4

SR:  J.Rudolph, A.Rudolph - Z:250

Zeitstrafen: 8 - 4 Minuten

Siebenmeter: 4/4 - 4/4

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