Fußball

Schlensog besticht durch seine Tugenden

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Typisch Lars Schlensog (rechts): Er ist sich für keinen Zweikampf zu schade. Fast immer gewinnt er ihn auch. Er ist präsent. Und für die Mannschaft äußerst wertvoll. 

Er ist keiner, der den Ball hundertmal unfallfrei jongliert. Auch keiner, der Hacke, Spitze eins, zwei, drei spielt. Lars Schlensog besticht durch andere Tugenden. Reporter im Fernsehen würden sagen, er hat eine Quote gewonnener Zweikämpfe von über 90 Prozent.

Er stopft Löcher, läuft defensive Räume zu, erarbeitet sich offensive Räume, ist drangvoll und dynamisch. Er ist Kapitän der A-Junioren-Fußballer des JFV Aulatal in der Verbandsliga – und er spielt in zentraler Position.

Dort kann er am besten auf seine Mitspieler einwirken, am ehesten Verantwortung übernehmen. Kurzum: Lars ist ein Spielertyp, den sich jeder Trainer wünscht. Ein nahezu perfekter Mannschaftsspieler. Ein stiller Stratege. Der Stille von nebenan. Das ist auch ein Defizit: Ruhig zu sein, keiner zu sein, der auch mal aneckt oder Reibung erzeugt.

Seine Antworten sind meist kurz. „Ja, ich bin schon etwas ruhiger“, „ich glaube, ich habe mich in den letzten Jahren gut entwickelt“ oder „ich schaffe es ganz gut, mich aufs Spiel zu konzentrieren“. Dabei hätte Lars allen Grund, mit breiter Brust aufzutreten. Er ist geborener „Sechser“, spielte oft in der Innenverteidigung und in den vergangenen Wochen, als sein Trainer Ernest Veapi die Mannschaft umstellen musste, als gefühlter „Zehner“. Eine „nette Abwechslung“ nannte er seine neue Rolle, „ganz angenehm.“

Bekenntnis der Zukunft

Um seine Zukunft müssen wir uns keine Sorgen machen. Als Fußballer rückt er in den Herrenbereich auf, seine Präferenz sei, demnächst in Hersfeld zu spielen.

Sein berufliches Bekenntnis kommt sicher und schnell aus seinem Mund. „Mein Ziel ist es, in den nächsten drei Jahren selbstständig zu werden.“ Ziemlich sicher sei das – „in Richtung Internet. In Informatik bin ich ganz gut bewandert, ich kenne mich da gut aus“, sagt der 18-Jährige, der kürzlich sein Abitur machte.

Er habe noch keine konkrete Geschäftsidee, verrät aber: „Mit ein, zwei Freunden bauen wir kleinere Webseiten auf. Wir verkaufen darüber Produkte, verlinken sie und bekommen davon Provision.“ Lars möchte nach seiner Schulzeit „auf jeden Fall erst einmal ein Jahr Pause machen“, in dieser Zeit „ins Ausland gehen, vielleicht nach Australien.“ Eventuell steht noch ein Studium an. Nichts muss, aber viel kann bei ihm. Auf Lars Schlensog ist Verlass. 

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