Handball-Landesliga

Saisonbilanz: TVH ist verdienter Vizemeister

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Wechselt in die Dritte Liga zu Eintracht Baunatal: Der 18-jährige Fynn Reinhardt.

Bad Hersfeld. Die Saison endete mit einer Niederlage. Ausgerechnet einer Derby-Niederlage in Rotenburg. Und für Dragos Negovan, den Trainer des Handball-Landesligisten TV Hersfeld, mit einer nicht eingeplanten „Erfrischung“: einer Bierdusche.

Danach sagte der 44-jährige Rumäne: „Kompliment an meine Mannschaft. Auch nachdem die Meisterschaft entschieden war, hat sie alles gegeben. Es war eine sehr, sehr schöne Zeit beim TVH. Die Jungs sind ein super Kollektiv.“ Und so freue er sich jetzt, als Vizemeister gehen zu können.

Blicken wir also noch einmal zurück auf die beste der fünf Saisons, die der TVH unter Negovans Regie gespielt hat.

Hinrunde

22:3 Punkte holte der TVH und belegte damit bereits nach der ersten Saisonhälfte den zweiten Platz – nur einen Punkt hinter dem späteren Meister Melsungen II. Diesem unterlagen die Hersfelder im Hinspiel in dessen Halle und kassierten ihre einzige Niederlage in der Hinrunde. Enttäuschend eigentlich nur das 22:22-Unentschieden beim späteren Absteiger Ost-Mosheim. Ansonsten untermauerte der TVH schon früh seine Ambitionen. „Wir müssen die Melsunger Meisterschaft anerkennen. Sie waren sehr stabil und haben auch uns zweimal besiegt“, sagt Hersfelds Teamkapitän Sven Wiegel.

Rückrunde

Drei Niederlagen mussten die Hersfelder nach der Winterpause hinnehmen. Gegen Baunatal und Melsungen in der Geistalhalle sowie am letzten Spieltag in Rotenburg. 20:6 Punkte kamen so dazu – macht am Ende insgesamt 42:9 Zähler und damit die beste Bilanz der letzten fünf Jahre. Beeindruckend: Von Ende November bis Ende Februar glückten dem Vizemeister neun Siege in Serie.

Stärken

„Unsere stabile Defensivarbeit vor unseren beiden starken Torhütern war das Prunkstück“, findet Wiegel. Nur drei Teams kassierten weniger Gegentreffer. Auch auswärts zeigte sich der TVH stabiler und konzentrierter als noch in der vergangenen Saison. Damals gingen fünf der 13 Spiele in gegnerischen Hallen verloren. Diesmal waren es nur zwei. „Wir waren in der Breite besser aufgestellt als in der Vorsaison“, sagt Wiegel und bringt Jannis Deppe, Tobias Kretz, Mark Petersen und natürlich Fynn Reinhardt ins Gespräch.

Schwächen

Wenn man nach Schwächen sucht, klagt man beim Vizemeister auf einem hohen Niveau. Unterm Strich gab es mit dem verdienten Meister Melsungen nur ein Team, das besser war als der TVH. Das aber kann man den Hersfeldern nun wirklich nicht vorwerfen. Deshalb drängt sich vielleicht am ehesten noch die Chancenverwertung auf, die nicht immer optimal war. Und im Positionsangriff hätte man sich ab und an mehr Esprit gewünscht. „Wir waren im Angriff schon sehr strukturiert, aber natürlich ist es einfacher Tore über die erste oder zweite Welle zu machen als sich im Positionsspiel aufzureiben“, meint Wiegel.

Ausblick

Mit Regisseur Marco Kemmerzell (37) sowie dem hoch talentierten Rückraum-Spieler Fynn Reinhardt (18) verliert der TVH zwei absolute Leistungsträger. Sollte Torwart-Routinier Kai Hüter (38) tatsächlich nur noch Stand-by zur Verfügung stehen, haben die Hersfelder gleich drei Lücken, die sie nicht adäquat schließen werden können.

Für den neuen Trainer Matthias Deppe und die nochmals verjüngte Mannschaft dürfte somit ein Übergangsjahr folgen, um sich nach zwei Vizemeisterschaften in der Liga neu zu orientieren. Sven Wiegel gibt sich entspannt: „Unser Anspruch sollte wieder ein Platz im oberen Drittel sein. Auch andere Teams haben Leistungsträger verloren.“

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