Fußball-Kreisliga A 2

Rasdorf und Ausbach/Friedewald trennen sich 1:1

+
Energischer Zweikampf: Ein Rasdorfer (in Rot) und ein Kicker der SG Ausbach/Friedwald duellieren sich um den Ball. Dramatisch blieb es bis in die Nachspielzeit des Spitzenspiels.  

Rasdorf. Als niemand mehr daran glaubte, schaffte es die SG Ausbach/Friedewald doch noch. Die sechste Minute der üppigen Nachspielzeit lief, als Manuel Schmidt seine Willenstugenden anzapfte, sich durchtankte, von der Grundlinie zurückpasste, Timm Trombach die letzte Kraft in den Flachschuss warf – und zum 1:1 (0:1) traf.

Das Topspiel der Kreisliga A2 zwischen Tabellenführer Rasdorfer SC und dem Zweiten Ausbach/Friedewald endete unentschieden.

Lange hatte vieles dafür gesprochen, dass der Gastgeber die Meisterschaft und den Aufstieg in die Kreisoberliga würde feiern dürfen. Schon in der ersten Hälfte war der erfahrener und robuster wirkende RSC, der tief verteidigte, torgefährlicher – über schnelle Umschaltaktionen. Isberner scheiterte Eins-gegen-eins an Keeper Rüger (7.), blockte Manuel Schmidt gegen Isberner (18.), der nochmals im Abschluss-Pech war (26.). Bis die Führung Sekunden vor der Pause fiel: Döbler bediente Cornelius Wald im Strafraum – und den abgeprallten zweiten Ball nutzte Spielertrainer Ebert.

Elferpfiff bleibt aus

Ausbach/Friedewald wirkte von Beginn an eifrig, blieb nach vorn aber lange gehemmt, verkrampft und nahm sich selbst das Tempo. Der zur zweiten Hälfte eingewechselte Hasan brachte mit seinen Dribblings, oft von Finten begleitet, Schwung ins Spiel. Als er im Strafraum gefoult wurde, blieb der Elfmeterpfiff des zunächst starken, nachher hier und da unverständlich pfeifenden Schiris aus. Die Chancen, den Vergleich zu entscheiden, besaß indessen der Kontrahent.

Jeweils nach Kontern – der Gast musste offensiver werden und bot entsprechend Räume an – durfte sich Ausbach/Friedewald bei seinem Torwart Rüger bedanken, der gegen Streber (85., nach Eberts Hackenablage) und zweimal gegen Cornelius Wald (90.+2, 90.+3), dem beim Abschluss offensichtlich Kraft und Konzentration fehlten, bedanken. Es spricht für das Gästeteam, das zwischenzeitlich bei Masic’ Kopfball (nach Hugos Freistoß) Pech hatte (87.), dass es sich niemals aufgab.

Allerletzte Reserven

Bolender zielte mit „seinem starken Linken“ knapp vorbei (90.+5) – und als niemand mehr damit rechnete... Na ja, Sie wissen schon: „Mannis“ Willensleistung und wie Trombach seine letzte Kraft in den Flachschuss warf...

Rasdorf: Weller - Claudius Wald, Arnold, Dubowy, Sondergeld - Krieg, Wolf - Isberner, Döbler, Ebert - Cornelius Wald sowie Streber, Budenz, van Thiel

Ausbach/Friedewald: Rüger - Schwarz, Julian Schmidt, Manuel Schmidt, Cilgin - Tewes, Bolender - Hellmann, Hugo, Störl - Masic sowie Hasan, Krause, Trombach

SR:Juling (Flieden)

Z: 300

Tore:1:0 Ebert (45.), 1:1 Trombach (90.+6)

Stimmen zum Spiel

Timm Trombach (Ausbach/Friedewald, Schütze zum 1:1): Nach zwei Sprints nach hinten habe ich gedacht, es geht nicht mehr. Für zehn Minuten hat es aber noch gereicht. Der MRT-Bericht nach meiner Knieverletzung war ohne Befund. Jetzt müssen wir sehen, was kommt. Ich habe acht Wochen nicht gespielt. 

Manuel Schmidt (Ausbach/Friedewald): Ich bin todsterbenskrank, lag die gesamte Woche im Bett und habe mich extra für dieses Spiel aufgerafft. Wir haben Glück gehabt, Rasdorf hätte das Spiel entscheiden können. Der Ausgang war aber letztlich auch verdient. In dieser Klasse erreichst du mit Schönspielerei nichts - nur mit einer Willensleistung. Meine Freundin pflegt mich jetzt. Das passt schon.

Marius Ebert (Spielertrainer Rasdorf): Ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Sie hat Moral bewiesen, Kampf und Wille waren da. Ich fand acht Minuten Nachspielzeit ein bisschen viel. Der Ausgang ist eine bittere Pille für uns. Aber der Blick geht voraus: Wir wollen es am Montag in Großentaft richten.

Martin Stein (Trainer Ausbach/Friedewald): Unsere Mannschaft ist noch zu unerfahren. Wir haben in vielen Situationen Hau-ruck-Fußball gespielt, waren zu verkrampft. Je näher das Ende kam, desto weniger hatten wir zu verlieren. Insgesamt war es ein Spiel auf Augenhöhe, taktisch geprägt. Rasdorf hat viele zweite Bälle gewonnen. Klar haben wir in unseren beiden Spielen noch eine Chance. Wenn Rasdorf Meister wird, wird die erfahrenste Mannschaft verdient Meister.

Kommentare