Punktabzüge: Vielen Fußballvereinen gehen die Schiris aus

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Michael Bein von der SG Festspielstadt/SpVgg. 

Hersfeld-Rotenburg – 12 Fußballklubs, die im Kreis Hersfeld-Rotenburg aktiv sind, müssen am Saisonende Punktabzüge hinnehmen. Wir haben mit Vereinsvertretern gesprochen.

Ein Punkt wird dem GruppenligistenSG Festspielstadt/SpVgg am Saisonende abgezogen, weil ein Schiedsrichter fehlt. Das sei aber nur auf dem Papier so, wie Michael Bein aus der Führungsriege berichtet. Mit Bernd Böhle und dem jungen Mario Czieslik, der vom JFV Bad Hersfeld dazugestoßen ist, verfüge man an sich über zwei. Czieslik wird aber erst in der kommenden Saison dazugezählt.

Für die Hersfelder ist der Punktverlust umso ärgerlicher, weil eigentlich auch noch die Asbacher Noah und Herbert Seitz nach dem Zusammenschluss mit dem SVA dazugehören. Diese beiden aber werden vom Verband nicht angerechnet, obwohl die Asbacher nicht mehr eigenständig Fußball spielen.

„Für nächstes Jahr sind wir wieder gut aufgestellt und werden keinen Abzug hinnehmen müssen“, sagt Bein. 250 Euro müssen die Hersfelder obendrein berappen. Die doppelte Bestrafung nimmt Bein sportlich: „Wenn es keine Punktabzüge geben würde, gäbe es sicherlich einige Vereine, die die Geldstrafen in Kauf nehmen und es in Sachen Schiedsrichter schleifen lassen würden.“

Sogar zwei Punkte Abzug wird der SV Unterhaun verkraften müssen. Weil der ambitionierte A-Ligist derzeit mit zehn Punkten Rückstand auf Tabellenplatz zwei nur Vierter ist, dürfte das am Ende möglicherweise nicht allzu stark ins Gewicht fallen. Eine Hausnummer ist dagegen die Geldstrafe von 400 Euro, die im Raum steht.

Heiko Hummel Vorsitzender SV Unterhaun. Foto: konopka

Heiko Hummel, der Vorsitzende, erklärt das Unterhauner Problem: „Wir haben größtenteils auf junge Leute gesetzt, aber die konnten das Pensum dann aufgrund studien- oder aber beruflich bedingter Anforderungen mit der Zeit nicht mehr erfüllen.“ Mit Torben Krebs, der auch Stammspieler der ersten Mannschaft ist, hat man so nur noch einen aktiven Schiedsrichter. Anfang Februar wollen die Unterhauner aber drei Nachwuchs-Schiedsrichter anmelden – diese sind gerade einmal zwölf (!) Jahre alt. „Es wird immer schwieriger, Jugendliche für das Schiedsrichterwesen oder aber das Ehrenamt zu begeistern“, weiß Hummel.

Teuer zu stehen kommen könnten auch den abstiegsbedrohten A-Ligisten ESV Ronshausen die zwei Punkte Abzug, die ihn erwarten. Jörg Moritz aus dem Vorstandsteam hat dennoch gute Nachrichten. „Zum Neulings-Lehrgang im Februar haben wir zwei Vereinsmitglieder angemeldet“, berichtet er. Weil beim ESV im dritten Jahr in Folge Schiris fehlen, sind diesmal zwei Punkte Abzug und 320 Euro fällig. „Wir können uns ja keine Schiedsrichter aus den Rippen schneiden“, sagt Moritz.

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