Interview: Trainer Volker Zettl über Aulatals Talente, Futsal und die Verbandsliga

„Potenzial ist vorhanden“

Da geht’s Richtung Verbandsliga: Volker Zettl zeigt an, wo der Weg seiner Nachwuchskicker hinführen könnte. Foto: Eyert

niederaula. Am Samstag gehen in Bebra die Hallenkreismeisterschaften der älteren Klassen im Fußball-Nachwuchsbereich über die Bühne. Mit seinen B-Junioren ist auch Volker Zettl, Trainer des JFV Aulatal, dabei. Er äußert sich über verschiedene Dinge: die Etablierung des Futsal-Gedankens, die Entwicklung seiner Spieler und die Einführung der Verbandsliga.

Mit welchen Aussichten tritt der JFV Aulatal am Samstag an?

Volker Zettl: Wir haben den Anspruch und auch die Möglichkeit, den Titel zu holen. Doch auch unsere drei Konkurrenten (Bad Hersfeld, Hohe Luft und Hauneck-Haunetal; Anm. d. Red.) sind stark. Und die Spielzeit beträgt nur zehn Minuten. Da muss schon alles passen. Doch unser Ziel ist es, als Erster rauszugehen aus dieser Geschichte.

Das Niveau der Teams unseres Kreises ist – auch im regionalen Vergleich – ansprechend, oder?

Zettl: Hundertprozentig kann ich das nicht vergleichen. Aber die B-Junioren-Jahrgänge 1998 und 99 verfügen schon über Potenzial.

Bei den Junioren hat sich Futsal etabliert, im nächsten Jahr soll diese Spielweise in der Halle auch bei den Herren eingeführt werden. Eine gute Idee?

Zettl: Grundsätzlich finde ich die Idee, die dahinter steckt, gut. Dass man den Winter nutzt, um das technische und eher körperlose Spiel zu fördern – und der Verletzungsgefahr aus dem Weg zu gehen. Man kann als Fußballer das technische Spiel, die Raumaufteilung und die Art, Zweikämpfe zu führen, verbessern. Natürlich muss man die Kurve für das Spiel im Freien wieder kriegen.

Gibt es keinen Haken?

Zettl: Was mir Probleme macht: Die Regelauslegung wird immer anders interpretiert. Je nachdem, wer als Schiedsrichter auftaucht. Man muss sich quasi bei jedem Turnier neu einstellen.

Vor zwölf Jahren haben Sie die Bambini in Niederaula übernommen – jetzt sind die Jungs bei den 14- bis 16-Jährigen angekommen. Wie viele spielen heute noch?

Zettl: Es sind noch sehr viele dabei, einige kicken in unserer B2. Einige , aber eher wenige, haben aufgehört. Etwa 70 Prozent sind dabei geblieben. Adrian Veapi ist zum JFV Viktoria Fulda gewechselt, Jan Ullrich stand in der Hessenauswahl.

Wie weit sind die Jungs in ihrer Entwicklung?

Zettl: Es geht ja jetzt in Richtung Männerfußball. Sie müssen ihren Baustein zwischen Schule und Beruf legen. Die Pubertät überstehen. Und gerade in dieser Altersklasse kommt der menschliche Aspekt hinzu. Doch die Jungs haben das Potenzial, ab Gruppenliga aufwärts zu spielen.

Also darf man sich im Aulatal im Herrenbereich freuen?

Zettl: Die Jungs müssen da erstmal ankommen. Und wir sind ja im Jugendförderverein – alle Vereine wollen profitieren. Und das können sie auch.

In der neuen Serie wird bei A-, B- und C-Junioren die Verbandsliga eingeführt...

Zettl: Kreisklassen wurden aufgelöst, Kreisligen spielen überregional, die Gruppenliga ist nur noch die zweitbeste Klasse. Man hat die Verbandsliga eingeführt, um den Leistungsbereich und das Niveau dichter zusammenzubringen.

Also eine gute Idee?

Zettl: Im Prinzip ja, weil unsere Talente in jedem Spiel – und nicht nur in jedem dritten, wie in der Gruppenliga – gefordert werden.

Aber...

Zettl: Ja, man muss die Relation zum Aufwand für die Vereine sehen. Ihnen fehlen oft das Personal, um das stemmen zu können.

Im Klartext: Für die kleinen Vereine vom Dorf wird Nachwucharbeit immer schwieriger?

Zettl: Das kann man so sehen.

Auch die B-Junioren des JFV Aulatal haben die Verbandsliga im Visier...

Zettl: Ja. Wir haben uns beraten und werden, wenn wir uns denn qualifizieren, eine Mannschaft stellen.

ZUR PERSON

Von Walter Kell

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