Hallenfußball/ReserveCup

Philippsthals Fan-Welt verzückt

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Das ist ReserveCup Vollbesetzte Ränge, Intensität auf dem Parkett und ansprechender Sport. An dieser Szene ist Wölfershausens Michael Stang (links) beteiligt.

Ransbach – Es ist wie in jedem Jahr, als Horst Schleinig vom Orga-Team des TSV Ransbach die ersten acht von 40 Teilnehmern des ReserveCups begrüßt. 

Stimmung liegt in der Luft in der Sporthalle Hohenroda. Johann Brandau von der SG Sorga/Kathus gelingt das erste Tor der 27. Auflage der Konkurrenz, die seit Jahr und Tag weit über ein gewöhnliches Hallenfußballturnier hinausgeht.

Prompt trifft man alte Bekannte. Matthias Mönch, Marco Jung oder Bruno Hassenpflug vom Vorjahresfinalisten Hülsa etwa. Das Team aus dem Knüll findet wenig bis gar nicht ins Turnier, rafft sich mit seinen letzten Kräften aber noch auf, Gruppenplatz zwei zu erreichen. Apropos Hülsa: Hier stehen mit ReserveCup-Kind Bruno Hassenpflug (50) und Hannes (18) Vater und Sohn in einer Mannschaft. „Das ist heute das erste Mal, dass wir zusammen in einem Team spielen“, sagt Bruno, dessen Sohn noch für die A-Junioren spielberechtigt ist. Während Titelverteidiger Aulatal ausscheidet, schnappt sich Schenklengsfeld/Rot./Wipp. nicht eben erwartet vor Hülsa den Sieg der ersten Gruppe, beide haben die Zwischenrunde am kommenden Samstag erreicht.

Unterdessen müht sich die SG Kiebitzgrund/Rothenkirchen im Wettbewerb. Unerhört eifrig ist sie, sie weiß, dass sie ihre fußballerischen Möglichkeiten nicht ausreichen, um mithalten zu können. Auch das ist ReserveCup. Und das Team coacht sich selbst.

ReserveCup, das ist weit mehr als Fußball. Schnell macht sich ein Partygefühl breit, und wenn man sich die Schar der Zuschauer in der Halle vor Augen führt, deren erstes Interesse nicht mal der Fußball ist, wird einem die gesellschaftliche Bedeutung der Veranstaltung, die eine Mischung aus Sport, Kult, Lebensgefühl und Erlebnis-Welt geworden ist, klar.

Gäbe es einen Oscar für den Verein, der die größte Stimmung verbreitet, gewänne den ohne jeden Zweifel der VfL Philippsthal. 40 bis 50 Leute bevölkern die Tribüne und feuern ihre Mannschaft ohne Unterlass an. Trompeten und Rasseln gehören dazu, und Marina Ruch haut auf die Trommel, was das Zeug hält. „Wir haben auch ein eigenes Lied“, sagt sie stolz. „Am Werraufer...“ heißt es und ist dem Gassenhauer „An der Nordseeküste“ nachempfunden.

„Es gibt eine WhatsApp-Gruppe im Verein“, ergänzt sie, „unser Ziel war es, mit möglichst vielen hierher anzureisen“. Das gelang eindrucksvoll: Die erste Mannschaft, ein Großteil des Frauenteams, B-Junioren und Alte Herren unterstützen die Reserve, die in optimalen vier Siegen 22:0 Tore herzaubert. „Der Zusammenhalt in unserem Verein ist in den letzten zwei, drei Jahren enorm gewachsen“, bemerkt Marina Ruch noch. Eine Fan-Welt des VfL, die verzückt.

Der TV Braach sichert sich Platz zwei. Der Vorjahresvierte beeindruckt auch dieses Mal mit seinem geschlossenen Auftreten. Dass er am Samstag erneut ran darf, macht Appetit. Und als wär’s ein Versprechen für die Region, ertönt – es ist schon nach Mitternacht – das Steigerlied. Alle stimmen ein.

Inzwischen ist es 0.45 Uhr. Schicht im Schacht. Das letzte Spiel des Abends zwischen Burghaun/Gruben und Braach ist vorüber. Fünf Tore fallen, 83 sind es in 20 Spielen am Eröfnungsabend. Ein neuer Tag ist angebrochen. Aber die Party ist noch nicht beendet. 

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