Orth fühlt sich wie im falschen Film

Eigentlich heißt es ja, aller guten Dinge sind drei. Für Daniel Orth verhält sich das derzeit jedoch anders.

Die Corona-Krise sorgt erstens dafür, dass der „neue“ Spielertrainer des Fußball-Kreisoberligisten SG Niederaula/Kerspenhausen weiter auf sein Pflichtspieldebüt warten muss.

Zweitens wird Orth Mitte Juli 30 Jahre alt – die geplante große Fete wird wohl ausfallen müssen. Und drittens wollte er im September seine Partnerin Jana heiraten. „Wir müssen mal sehen, wie das jetzt alles so wird“, sagt der Fußballer.

Und nimmt‘s auch mit ein wenig Humor. So hätte man mannschaftsintern schon geflachst, dass er vielleicht der erste Trainer sei, der nach noch nicht einmal einem Pflichtspiel zu Beginn der neuen Saison wieder ausscheiden könne. „Dann allerdings mit dem Titel des Hallenkreismeisters“, stellt Orth, der sich auch schon höherklassig beim Hünfelder SV versuchte, lachend fest.

Außer bei den Spielen in der Halle und während der Wintervorbereitung hat Orth als Trainer noch keine Verantwortung für die SGN übernehmen können. Dementsprechend ernüchternd sei die Nachricht Mitte März gewesen, dass zunächst einmal der Spielbetrieb ruhen müsse. Dass es dazu aber keine Alternative gegeben habe, steht für den Angestellten der Gemeindeverwaltung Niederaula außer Frage. „Als wir uns am Dienstag erstmals wieder zu einem Training in Niederaula getroffen haben, ist uns schnell bewusst geworden, wie schwer es ist, die Abstands- und Hygienevorschriften des Hessischen Fußball-Verbands einzuhalten“, sagt Orth, der schon drei Hüftoperationen über sich ergehen lassen musste. Es sei kein echtes Training möglich gewesen.

Stattdessen habe man ständig mit Desinfektionsmitteln hantiert und sei sehr aufmerksam gewesen.

„Wir haben uns dabei ertappt, dass wir uns auch gegenseitig immer mal belehrt haben“, erzählt er amüsiert. Und ein Abwehrspieler habe gefragt, was er eigentlich auf dem Platz solle, wenn er Abstand halten müsse und in keinen Zweikampf oder aber zum Kopfball gehen dürfe. „Das ist schon kurios“, stellt Orth klar. Der Spielertrainer kann es auch verstehen, wenn einige Teamkollegen derzeit aus Sorge um ihre eigene oder die Gesundheit der Familien nicht auf den Platz zurückkehren wollen. „Das ist absolut zu akzeptieren. Das muss jeder selbst wissen und für sich entscheiden“, sagt er. Dass die aktuelle Saison doch noch zu Ende gespielt werde, kann sich Orth nicht vorstellen. „Normaler Fußball wie wir ihn kennen, ist unter diesen Umständen nicht möglich“, sagt er. Und so geht er davon aus, dass die neue Saison im September beginnen wird.

Vielleicht kommt der bis dahin 30-jährige Ehemann Daniel Orth dann endlich zu seinem Pflichtspiel-Debüt als Trainer.

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