Meister der Fußball-Kreisliga B2

Niederaula/Kerspenhausen II besteht das Abenteuer

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Ein Team, ein Ziel, ein Erfolg: Die Fußballer der SG Niederaula/Kerspenhausen bejubeln den Gewinn der Meisterschaft der Kreisliga B2. 

Niederaula. Das Engagement begann als Abenteuer. Im Sommer 2011. „Ehrlich gesagt“, bekennt Mike Porsche, „wollte ich den TSV Kerspenhausen gar nicht übernehmen. Ich hatte Angst, das Gleiche wie bei meiner vorigen Station Friedewald/Motzfeld zu erleben, als ich mehrere Trainingseinheiten wegen mangelnder Begeisterung absagen musste“. Alibi mäßig sei er „zwei, drei Mal am Sportplatz vorbei gejoggt, um zu sehen, wie viele Spieler das Training besuchen“.

Dazu muss man wissen, dass der Trainer zu diesem Zeitpunkt in Kerspenhausen wohnte und ein Jahr zuvor dorthin geheiratet hatte. „Ich bin höflichkeitshalber zum Gespräch gegangen, als es darum ging, ob ich den Job des Coaches annehmen würde.“ Das Treffen fand beim 1. Vorsitzenden Wilfried Bässe statt. Der legte eine Liste von 13 oder 14 Spielern vor – und das Entscheidende: Zehn oder elf waren aus Kerspenhausen. „Das hat mein Interesse geweckt“, sagt Porsche heute, „und sie waren im Schnitt 22 oder 23 Jahre alt. Eine leichtere Art, im Dorf anzukommen, gab es für mich nicht“.

Begeisterung angenommen

Porsche war angetan „von den Jungs, und die haben die Begeisterung angenommen“ – auch wenn er drei oder vier Spieler „aussortieren musste“. Seine Kicker lebten den Grundsatz des Fußball-Traditionalisten Porsche: „B-Liga-Spiele gewinnst du ab der 70. Minute.“

Es schloss sich eine Erfolgsgeschichte an, die das Team in der Fußball-Kreisliga B2 hinlegte und die im Gewinn der Meisterschaft mündete: 4., 4., 5., 6., 3., 2 (Kerspenhausen scheiterte in der Relegation zur A-Liga am Hattenbacher SV) – und jetzt 1. Benjamin Patzelt, dem 1. Vorsitzenden, ist es wichtig zu betonen, dass der Erfolg in enger Verbindung „mit dem Findungsprozess der Spielgemeinschaft mit dem SV Niederaula“ zu sehen ist. Die SG sei vor knapp einem Jahr „in kürzester Zeit“ zu Stande gekommen.

So spielte die Zweite der SG Niederaula/Kerspenhausen in der zu Ende gehenden Saison eine herausragende Vorrunde: 10 Siege und zwei Remis sprangen in der ersten Saisonhälfte im vergangenen Jahr heraus, 46:12 Tore schoss es. „Davon zehrte die Mannschaft in der Rückrunde“, bekennt Patzelt.

Die Ruhe wich

„Da war noch Ruhe in der Mannschaft“, erläutert Porsche, „diese Ruhe haben wir im neuen Jahr nicht mehr gehabt. Vor allem wegen Verletzungen und personellen Problemen. Wir waren nie so arrogant zu sagen, ohne Niederlage durchzukommen.“

Denn die Bilanz im Jahre 2018 flaute ab. Unter die fünf Siege mischten sich drei Niederlagen, dazu kam ein Remis. Ehe der 21. Mai als Pfingstmontag in die Geschichte der beiden Vereine einging: Der Sieg im halben Dutzend gegen den TSV Arzell krönte die Saison.

Eine Zwischenstation

Ziel sei es nun, „die Altersstruktur des Kaders zu verjüngen und nach Möglichkeit auch qualitativ“, wie Porsche es nennt. Sein Engagement, das als Abenteuer begann, hat einen Höhepunkt gefunden. Doch er ist nur eine Zwischenstation. Und es scheint, als ginge die Arbeit jetzt so richtig weiter.

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