Fußball: Der Aufsteiger sollte sich demnächst in der Kreisliga A wohler fühlen

TSV Kalkobes: Der neue Anzug passt besser

+
Unbesiegbar zu sein, das trifft auf die Fußballer des TSV Kalkobes in der Spielserie 2016/17 in der Tat zu. Bisher sprangen in 22 Spielen 22 Siege und 108:11 Tore heraus.

Kalkobes. Norbert Vollmar ist nie um eine Information verlegen. „In meiner Zeit“, bemerkt der 1. Vorsitzende des TSV Kalkobes, „sind wir zum dritten Mal in die A-Liga aufgestiegen“. Thomas Rüger korrigiert ihn. „Aber nicht mit dieser Bilanz“, sagt der Trainer. Vollmars Antwort: „Nein, das ist einmalig.“ Vollmars Zeitfenster: 14 Jahre.

Zwei Spiele vor Ende der Serie liest sich die Bilanz der Fußballer aus Hersfelds Stadtteil wie der Ausriss aus einem Erfolgsmärchen: 22 Spiele, 22 Siege, 108:11 Tore. Fast überflüssig zu erwähnen, dass sie sich bereits am 23. April, sechs Spiele vor Rundenende, den Titel der Kreisliga B2 sicherten.

Einmalige Dominanz

Die Frage, ob das Team bei dieser Dominanz in der falschen Liga spielte, kontert Rüger. „Nein, das würde ich nicht sagen. Im letzten Jahr sind wir Fünfter geworden, und nach der Serie haben uns mit Mikail Akkoyun (kam im Winter aus Gruben zurück) und Dominik Erdmann wichtige Spieler verlassen.“ Georghe-Daniel Azamfirei, mit 37 Treffern der Top-Torjäger der Liga, war schon da im vergangenen Sommer  – und es kam ein Führungsspieler hinzu: Philip Lißner.

„Philip Lißner hat alle Anforderugen mitgebracht“

„Er hat alle Anforderungen mitgebracht“, sagt der Coach. Einer, der antreiben, junge Spieler motivieren kann und torgefährlich ist. 18 Treffer waren es bis zur Winterpause. Dann musste der TSV auf ihn verzichten, Lißner ging beruflich nach England. Drei Gründe hat Rüger für den Erfolg seines Teams parat: die kontinuierliche Jugendarbeit, für die in erster Linie Christian Müller und Michael Dirschke sorgten in den vergangenen Jahren – die geglückte Zusammenstellung des Kaders und – eine „überragende Teamleistung“.

Reifeprozess

„Unsere Probleme waren die Effizienz in der Offensive und die Konstanz“, erklärt Spielführer Tobias Deiseroth. „Die Durchschlagskraft haben wir bekommen, und bei den jungen Spielern hat sich ein Reifeprozess vollzogen.“ Stellvertretend nennt Rüger Torwart Philip Grafe und Janis Brod, „sie haben den größten Sprung gemacht“.

Dem Coach ist nicht bange vor der neuen Serie. Mit Colin Müller, Marvin Borns und Lukas Berger rücken drei A-Junioren nach. „Ich denke, dass die Mannschaft, wenn sie zusammenbleibt, konkurrenzfähig ist in der A-Liga.“ Hier wartet so manches Derby auf den TSV, gegen Heenes, Hessen/SpVgg II, Friedlos oder Sorga/Kathus.

Alleinstellungsmerkmal

Er sehe das so, betont Vollmar, „dass die A-Liga die richtige Klasse für uns ist. Von der Struktur her, der Lage und allem, was wir zu bieten haben“. Auch als er Rüger als Trainer verpflichtete, habe er ihm „das Alleinstellungsmerkmal“ des TSV Kalkobes aufgezeigt, „dass wir ohne Spielgemeinschaft sind. Dass Spieler anderer Vereine sein Team als „Fahrstuhlmannschaft“ etikettierten oder hinzufügten, der TSV werde es schwer haben in der A-Liga, „das ist extra Motivation für uns“, stellt Deiseroth klar.

Dennoch ist der Meister froh, dass er nicht mehr in der B-Liga spielt. Zwölf Heimspiele hatte er, zweimal trat der Gegner nicht an, die Reserve in der C-Liga hatte mehr Spiele als die erste Mannschaft.

Kommentare