Handball/Oberliga: Auch Wallau zeigt dem TV Hersfeld beim 37:28 die Grenzen auf

Die nächste Niederlage

Der Blick spricht Bände: Hersfelds Felix Abad.

bad hersfeld. Der Samstagabend hat den Handballern des TV Hersfeld die nächste Enttäuschung beschert: In ihrem Oberliga-Heimspiel unterlagen die Gastgeber der SG Wallau deutlich mit 28:37 (13:19). Für die abstiegsgefährdeten Hersfelder war es die fünfte Niederlage im achten Heimspiel.

Immerhin 300 Zuschauer, die wieder einmal den Weg in die Geistalhalle gefunden hatten, sahen eine Hersfelder Mannschaft, die zwar konzentriert begann, aber schon nach zehn Minuten abermals dem Gegner hinterherhecheln musste. Gestützt auf einen zunächst starken Tomas Pankiewicz im Tor, brachten Sebastian Gries, Jonggi Pasaribu und Lars Matthiesen den TVH schnell mit 3:1 in Führung.

Doch die spielstarken Wallauer, als Tabellenvierter angereist, ließen sich davon nicht aus dem Konzept bringen. Ihr großer Vorteil: Im Gegensatz zur Mannschaft von Trainer Peter Schikarski hatten sie eins. Beim 3:3 zogen die Südhessen gleich, beim 4:7 nach zehn Minuten waren sie erstmals komfortabel enteilt und nach fünf Treffern in Folge hatten sie beim 5:12 schon nach einer Viertelstunde die Vorentscheidung geschafft.

Überragend dabei auf Seiten der Wallauer: Rechtsaußen Jan Wicklein. Acht der ersten elf Treffer, darunter drei Siebenmeter, gingen auf das Konto des 20-Jährigen, der zum Zweitliga-Kader der HSG Frankfurt/Rhein/Main gehört. Als er nach 40 Minuten wegen seiner dritten Zeitstrafe die Rote Karte sah, hatte er der Begegnung mit elf Treffern längst entscheidend seinen Stempel aufgedrückt. Doch was man dem TVH zugutehalten muss, ist sein Kampfeswille. Als sich die enttäuschten Zuschauer schon langsam auf ein Debakel einstellten, kamen die Hersfelder zurück und kämpften sich mit fünf Treffern in Folge auf 12:14 heran. Großen Anteil daran hatte auch Kai Hüter, der zwischenzeitlich Pankiewicz im Tor der Gastgeber abgelöst hatte. Doch wie gewonnen, so zerronnen: Weil sich plötzlich wieder viele leichte Fehler ins Spiel der Blau-Weißen einschlichen, zog Wallau mit vier Treffern in Folge auf 18:12 davon und hatte spätestens jetzt die endgültige Vorentscheidung geschafft.

Kemmerzell früh verletzt

Als die Trommler diesmal erst zu Beginn der zweiten Halbzeit ihre Plätze auf der Tribüne einnahmen, war längst keine Musik mehr im Spiel des TVH. Das lag auch daran, dass bei Marco Kemmerzell schon nach einer Viertelstunde seine Oberschenkelverletzung vollends aufgebrochen war und Jonggi Pasaribu als Spielmacher einen - formulieren wir es vorsichtig - schlechten Tag erwischt hatte. So gingen die wenigen Impulse im harm- und ideenlosen Angriff von Daniel Holl, dem Halbrechten Kurt Max Beyer, mit sieben Treffern diesmal bester Werfer, und Youngster Sebastian Gries aus. Zu wenig, um Wallau, in dessen Reihen Tim Plattner im Rückraum immer stärker wurde, in Gefahr zu bringen. Näher als bis auf fünf Tore ließen sie die Gastgeber nicht mehr herankommen.

TVH unterliegt SG Wallau

Sechs Minuten vor dem Ende war Wallau sogar bis auf zehn Treffer enteilt (23:33). Nicht auszudenken, Torwart Pankiewicz hätte Mitte der zweiten Halbzeit nicht noch einmal eine starke Phase erwischt.

Von Sascha Herrmann

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