Nachspielzeit: Zeit zum Umdenken

Walter Kell

Wohl dem, der einen Kunstrasenplatz zur Verfügung hat. Angesprochen sind die Fußballvereine. Für die wird im Punktspiel-Wettbewerb, der kaum noch einer ist, Chancengleichheit immer mehr zum Fremdwort. Der Winter hat in unserer Region so richtig zugeschlagen und sich als unerwartet hartnäckig erwiesen. Doch Winter hin oder her: Funktionäre, Politiker und Kommunen sind langsam zum Umdenken gezwungen. Nur Fußballer der Vereine, die über einen Kunstrasenplatz verfügen, konnten sich, so gut es ging, vorbereiten. Und die, die keinen haben in ihrer Gemeinde, schauen in die Röhre und müssen gegebenenfalls blechen. Wollen sie auf einem Kunstrasen spielen, müssen sie bezahlen. Diese Plätze sind bei Nachholterminen oft so belegt, dass Vereine außen vor bleiben und sich mehr und mehr Nachholtermine anhäufen. Manchmal fragt man sich, was dies noch mit Sport zu tun hat. Entweder der Jahreskalender wird geändert – oder die Zahl von Kunstrasenplätzen steigt. Besser beides. Es ist einfach an der Zeit, um zu erwachen.

Leistungsbezogener Sport hat sich in und um Bad Hersfeld rar gemacht – ja fast verflüchtigt. Deshalb sollten all die, die etwas dafür übrig haben und oftmals hinter vorgehaltener Hand, hier und da sicher auch berechtigt, Kritik üben, am heutigen Samstagabend in die Geistalhalle kommen. Die Handballer des TV Hersfeld laden ein zum Topspiel der Landesliga gegen die Zweite des Bundesligisten Melsungen. Anwurf ist um 18.30 Uhr. Der Zweite fordert den noch ungeschlagenen Ersten heraus – wenn das mal kein Grund ist, hinzugehen.

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