Nachspielzeit: Rekordmeister,Rückkehrerund Recherche

Sascha Herrmann

In dieser Wochenend-Kolumne geht es um die abgelaufene Fußball-Bundesligaserie sowie die Sommerpause im Sport.

Das war sie also, die Saison 2019/2020 in der Fußball-Bundesliga. Mit Corona-Unterbrechung. Mit Geisterspielen. Natürlich nach wie vor mit dem nervigem Videobeweis. Am Ende aber ist alles so wie immer: Bayern München wird Deutscher Meister. Zum achten Mal in Folge. Man kann das, wenn man kein Kunde – Entschuldigung, Anhänger – dieses Klubs ist, an sich relativ emotionslos einordnen. Und dennoch: Dieser Dominanz, dieser Demonstration der Stärke gebührt Respekt. Glückwunsch!

Was war sonst noch so? Eintracht Frankfurt landet dort, wo man hingehört – im Tabellenmittelfeld. Düsseldorf und Paderborn steigen ab. Auch das ist keine Überraschung. Bremen kämpft noch – auch das ist nicht neu. So viel zum großen Fußball.

Wir alle wollen in diesen Tagen zurück zur Normalität. Und das so schnell wie möglich. Es reicht. Das wollten sie in Göttingen und Gütersloh auch. Das Ergebnis ist bekannt. Auch die Arbeit fühlt sich mittlerweile irgendwie seltsam an. Für uns in der Sportredaktion beginnt jetzt zudem die Zeit, die Außenstehende gern als Sommerloch bezeichnen. Sommerpause eben. Saure-Gurken-Zeit.

Seit Mitte März, als uns das widerliche Virus brutal dazwischen grätschte, warten wir vergeblich auf Wettkämpfe. Haben trotzdem versucht, alle Themen aufzugreifen. Jede Geschichte auszugraben. Corona hier – Corona da. Und jetzt – kommen die Sommerferien. Tote Hose also. Nachdem über drei Monate gefühlt schon tote Hose war. Kaum eine brauchbare E-Mail ist in den vergangenen Tagen in unserem Postfach gelandet. Und ich kann Ihnen etwas verraten: Das wird nicht besser in den nächsten Wochen. Jetzt heißt es, die Nerven zu behalten. Und Weitblick. Oder am Ende doch noch die Geschichte mit den HSV-Fans zu machen.

Stichwort Geschichten. Wir haben in dieser Woche mit den Meisterschafts- und Aufsteiger-Geschichten der Fußballer begonnen. Und auch die Spielerwechsel veröffentlichen wir ab heute. Das fühlt sich ein Stück weit nach Normalität an. Gespräche mit Sportlern – über deren Ambitionen, Erfolge und Misserfolge – und plötzlich ist alles wieder so ein bisschen wie immer.

Ebenso, wenn ich beim Abendessen mittlerweile wieder die Geräuschkulisse vom Sportplatz des FSV Hohe Luft aus der Ferne auf dem Balkon höre. Das Ploppen der Bälle, die Anfeuerungsrufe der Kicker, die motivierenden Ansprachen der Trainer. All das macht ein bisschen Hoffnung. Und nährt den Wunsch nach mehr. Alles wird gut.

Bleiben Sie gesund!

Über Fußball und Ferien

VON SASCHA HERRMANN

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