Nachspielzeit: Corona, Tante Käthe, Trainersuche

In dieser Wochenkolumne geht es um virtuelles Sportplatzfeeling, Rudi Völlers Geburtstag und um sportliche Personalplanungen. 

Das Not bekanntlich erfinderisch macht, ist ein in Corona-Zeiten oft gebrauchtes Zitat. Auch die A-Liga-Fußballer der SG Sorga/Kathus handeln nach diesem Motto. Da der gesamte Sportbetrieb derzeit gezwungenermaßen zum Erliegen gekommen ist, bietet die Spielgemeinschaft auf ihrer Facebook-Seite virtuell ein bisschen Sportplatz-Feeling an. Man kann dort beispielsweise eine Eintrittskarte für ein Geisterspiel buchen, eine Kiste Bier für die Mannschaft oder eine Stadionwurst ordern. Der Erlös kommt der SG beziehungsweise den Stammvereinen zugute. Spenden, um anderen zu helfen – was bei den großen Vereinen in der Bundesliga klappt, kann auch bei den kleinen Vereinen auf dem flachen Land funktionieren. Sie alle warten sehnsüchtig auf den Tag „X“, wenn der Ball wieder rollt – vor vollen Rängen.

Ein Rudi Völler, es gibt nur ein Rudi Völler, ein Ruuudi Vöööööller ... – so trällerte einst die bundesdeutsche Fußball-Fangemeinde zur Melodie von „Guantanamera“ zu Ehren ihres Teamchefs, als die Nationalmannschaft 2002 aus Japan zurückkehrte – mit einem unerwarteten zweiten Platz im Gepäck. Am vergangenen Ostermontag beging der aus Hanau stammende Völler, heute Sportlicher Geschäftsführer beim Fußball-Bundesligisten Bayer Leverkusen, seinen 60. Geburtstag, corona-bedingt im engsten Kreis. Völler, liebevoll wegen seiner ergrauten Haare auch „Tante Käthe“ genannt, ist auch Schirmherr für SMOG – Schule machen ohne Gewalt. Fünfmal trat er beim Soccafive-Turnier in der Region auf, auch in Bad Hersfeld in 2002 – zusammen mit Sebastian Kehl, seinem WM-Teamkollegen von 1990, Uwe Bein und weiteren ehemaligen Nationalspielern wie Horst Eckel, Dieter Eckstein, Matthias Herget und, und, und ... Damals war Völler noch fit am Ball – und schoss auch in der Geistalhalle Tore. Ein Chor von behinderten Kindern sang ihm ein Ständchen: „Ein Rudi Völler ...“

Der Beginn der kommenden Saison im Fußball ist wegen der Corona-Pause noch offen, aber bei den Vereinen gehen die Personalplanungen munter weiter. Einen neuen Klub hat zum Beispiel Andreas Kurz, derzeit noch Sorga/Kathus, der nach Heinebach wechselt. Hier stand bis Oktober Martin Köthe auf der Kommandobrücke, der im Sommer den A-Ligisten Rotenburg/Lispenhausen trainieren wird. Auf Trainersuche ist auch die FSG Hohenroda in der Kreisoberliga. Hier trat Thorsten Heiderich zurück weil er zur Corona-Risikogruppe gehört. Seine Rückkehr ins Fußballgeschäft ist genauso offen, wie der Zeitpunkt des Starts der neuen Serie. Bleiben Sie gesund!

Warten auf den Tag X

VON HARTMUT WENZEL

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