Nachspielzeit: Aufwind, Anschuldigungen und Abstellgleis

In dieser Wochenend-Kolumne geht es um besondere Augenblick beim Fußball, um einen Weltmeister und um Anschuldigungen. 

DieFußballer der SG Eiterfeld/Leimbach sind in der Gruppenliga in der Erfolgsspur. Das ist nicht selbstverständlich, denn die Eiterfelder sind gerade erst aufgestiegen. Noch viel erfreulicher aber ist, dass der ehemalige Mannschaftskapitän nach mehr als einem dreiviertel Jahr schwerer Krankheit allmählich auf dem Weg der Besserung ist.

Der 31-jährige Steffen Aumann leidet an einer Autoimmun-Erkrankung, die das Nervensystem angreift und zur Lähmung des kompletten Körpers führen kann. Das war im November 2018 bei Steffen Aumann der Fall. Am vergangenen Samstag war der „Käpt’n“ erstmals wieder auf dem Eiterfelder Sportplatz. Der Applaus der Zuschauer bei seiner Begrüßung über Lautsprecher sowie die vielen guten Worten und Schulterklopfer taten ihm sichtlich gut. Das Beste aber ist, dass die Krankheit heilbar ist. Und dass Kämpfer Aumann – wie früher auf dem Fußballfeld – nicht aufgegeben hat und jetzt sagt: „Es geht bergauf. Ich fühle mich ganz gut.“

Von Eiterfeld blicken wir in die große, weite Welt des Fußballs. Nach London. Dort ist Shkodran Mustafi aufs Abstellgleis geraten. Die „Gunners“ hätten den 27-Jährigen dem Vernehmen nach gern verkauft, fanden aber keinen Abnehmer. Von 27 Millionen Ablöse schreibt die „Welt“. Dem Weltmeister von 2014 aus Bebra wird derzeit sein Marktwert zum Verhängnis. Für 41 Millionen war Mustafi aus Valencia nach London gewechselt – und ist damit der teuerste deutsche Abwehrspieler aller Zeiten. Bis 2021 läuft Mustafis Vertrag bei Arsenal.

Auf falschem Fuß erwischt haben uns in dieser Woche die Ermittlungen gegen Ex-Nationalspieler Christoph Metzelder wegen des Verdachts der Kinderpornografie. Metzelder? Das kann doch nicht sein, haben wir uns gesagt. Intelligent, eloquent, Sonnyboy – der Ex-Nationalspieler, zuletzt in Diensten der ARD, lieferte bislang nicht ansatzweise Skandal-Geschichten. Auch wenn wir keine Vorverurteilung treffen – Metzelders Ruf hat schon jetzt gelitten.

Nichts Neues gibt es aus Mallorca. Zwei Monate nach der mutmaßlichen Gruppenvergewaltigung in Cala Ratjada sitzen zwei Verdächtige – beides junge Fußballer – aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg auf der Urlaubsinsel weiterhin in U-Haft. Es gebe zu dem Fall bisher nichts Neues, sagte ein Justizsprecher in Palma kürzlich der Deutschen Presse-Agentur. Die Ermittlungen dauern demnach an.

Schönes Wochenende

Nachrichten aus der Welt des Fußballs

VON SASCHA HERRMANN

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