Nachspielzeit: Olympische Augenringe und das Ende einer Ära

Sascha Herrmann

Na, wie ist es in diesen Tagen um Ihr körperliches Wohlbefinden bestellt? Nein, ich ziele jetzt nicht auf die heftige Grippewelle ab – auch wenn rundherum so ziemlich alles röchelt, schnieft und hustet. Zwei Wochen Olympische Winterspiele liegen hinter uns – und dürften nach so mancher Nachtschicht aufgrund der Zeitverschiebung einigen auch ganz schön in den Knochen stecken. Die viel zitierten „Olympischen Augenringe“ habe ich im Kollegenkreis aber nicht wahrgenommen. Wintersport ist trotz vieler beeindruckender deutscher Erfolge (Eishockey!) halt nicht wirklich jedermanns Sache – sei’s drum.

Während die Spiele in Pyeongchang also am Sonntag zu Ende gehen, hat auch bei uns im Kreis eine Ära ihr Ende. Erstmals seit 34 Jahren richtet der TV 03 Breitenbach in diesem Jahr nicht mehr seine traditionelle Winterlaufserie aus. Der Grund ist nicht etwa mangelndes Interesse in der Läuferszene: Es fehlt schlicht und einfach an Helfern, die zum Gelingen der Veranstaltung beitragen. Das ist zwar bitter, aber auch eine Entwicklung, die unsere Zeit mit sich bringt. Wer ist heutzutage überhaupt noch bereit, Freizeit und Herzblut zu investieren, wenn unter dem Strich (finanziell) nichts für sich selbst hängen bleibt? Dieses Wehklagen erreicht uns auch aus vielenVereinen – quer durch alle Sportarten. Die Gelackmeierten sind am Ende diejenigen, die etwas auf die Beine stellen wollen. Da bleibt es dann oftmals bei einer guten Idee – ein alarmierender Trend.

Die Alarmglocken haben in dieser Woche auch beim VfL Wolfsburg geschrillt. Und zwar heftigst. Wie sonst ist es zu erklären, dass der abstiegsbedrohte Fußball-Bundesligist doch tatsächlich Bruno Labbadia als Trainer verpflichtet hat? Sie wissen schon, den schönen Lederschuh-Bruno, dem man nicht nur eine Vorliebe für teure italienische Treter, sondern auch für schöne Spielerfrauen nachsagt. Das ist in etwa so, als hätte ein Konkurrent im Kampf um den Klassenerhalt kürzlich – sagen wir mal – Tayfun Korkut aus dem Hut gezaubert. Wer auf solche Ideen kommt, muss kerngesund sein.

Schönes Wochenende

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