Nachspielzeit: Kopfwäsche, Kopfkino und Kopfschütteln

Sascha Herrmann

Der Job von uns Journalisten ist es ja nicht nur genau hinzusehen, sondern auch aufmerksam hinzuhören. Und so ist mir am vergangenen Samstag aufgefallen, dass beim Handball-Landesligisten TV Hersfeld trotz 25:3 Punkten und der realistischen Chance auf die Meisterschaft und den Aufstieg in die Oberliga nicht alles Gold ist, was glänzt.

Das Team gewinnt zwar in aller Regel, versprüht dabei aber kaum einmal spielerischen Glanz. Und so springt in den meisten Heimspielen auch kaum einmal der Funke auf das treue Publikum über. Torwart-Routinier Kai Hüter kritisierte zuletzt die Trainingsbeteiligung, Trainer Dragos Negovan ist nicht immer mit der Einstellung seiner Jungs zufrieden. Da in den nächsten Wochen die Weichen für die kommende Saison gestellt werden, würde es uns nicht wundern, wenn es beim TVH trotz allen Erfolgs einige Veränderungen geben würde. Wir halten Augen und Ohren auf – versprochen.

Bleiben wir noch kurz beim Handball – und gehen eine Liga tiefer. Dort, in der Bezirksoberliga, macht der Blick auf die Tabelle so richtig Spaß: Die HSG Werra WHO führt bei den Männern vor der HSG Landeck/Hauneck. Schafft am Ende tatsächlich einer von beiden den Sprung in die Landesliga?

Dieses Meisterstück könnte auch den Frauen des TV Hersfeld gelingen, die ebenfalls Tabellenführer sind. Sie fühlten sich beim 23:23 in Reichen-sachsen zuletzt arg vom jungen Schiedsrichter verschaukelt, als sie in den letzten Minuten eine Sieben-Tore-Führung verspielten. In Reichensachsen sah man das freilich ganz anders – und feierte sich für Kampfgeist, Moral und den längeren Atem. Und da reihten sich dann auch unsere Kollegen von der Werra Rundschau in Eschwege mit ihrer Berichterstattung ein. Ja, wer hat denn da jetzt nun recht gehabt, fragen wir uns?

Zum Abschluss noch ein Blick in die Fußball-Bundesliga. Aus speziellem Anlass mal nach Stuttgart. Dort ist – kurz zusammengefasst – Folgendes passiert: Der Aufstiegs-Trainer (Wolf), Aufstiegs-Held (Terodde) und Aufstiegs-Manager (Schindelmeiser) sind sechs Monate nach der Bundesliga-Rückkehr entlassen oder verkauft.

Der neue Sportdirektor will als Trainer-Nachfolger einen holen, der auf Schalke gescheitert ist (Weinzierl). Weil er den aber nicht bekommt, muss Plan B (oder C) greifen: Mit Tayfun Korkut – TAYFUN KORKUT – folgt also einer auf Wolf, der zuletzt in Leverkusen gescheitert ist – und zuvor in der Bundesliga noch nirgendwo Erfolg hatte. Und jetzt stellen Sie sich doch bitte mal vor, der VfB Stuttgart wäre ganz zufällig ihr Lieblingsverein ...

Schönes Wochenende

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