Nachspielzeit: Zähes, Überraschendes und wirklich Wichtiges

Rainer Henkel

Es war dann diesmal doch kein ganz so großes Handballfest, das Derby. TV Hersfeld gegen TG Rotenburg, das kam, so schildern es die Kollegen, die das Spiel sahen, eher als recht zähe Angelegenheit daher. Mit einem wackeren Außenseiter aus Rotenburg, der es dem Favoriten beileibe nicht 60 Minuten lang einfach machte. Am Ende aber – und eigentlich auch schon zwischendurch – gab es auf die Frage nach dem Derbysieger nur eine Antwort: TVH.

Da war die Überraschung bei den Fußballern dann doch etwas größer. Futsal-Kreismeister ist die FSG Hohenroda. Ein Titel, für den der abstiegsbedrohte Kreisoberligist sich weder jetzt noch am Saisonende etwas kaufen kann. Für die Hohenrodaer, die in den vergangenen Spielzeiten eher zu den stärkeren Mannschaften im Kreis gehörten, zählt auf dem Rasen jeder Punkt. Vielleicht ist das Gefühl des Futsal-Sieges aber wenigstens ein wenig Motivation.

Die brauchen die Kicker beim ReserveCup in Ransbach wohl kaum. Beobachter und Teilnehmer loben immer wieder die ganz besondere Atmosphäre bei dem Traditionsturnier, das die in den Mittelpunkt rückt, die ansonsten zumeist in B- und C-Liga unterwegs sind.

Und die Hauptdarsteller in der „großen“ Sportwelt in diesen Tagen? Schwer zu sagen. Die deutschen Handballer, die „Bad Boys“? Ziemlich „bad“, also schlecht, war ihr Abschneiden bei der EM – Aus mit Ansage im Viertelfinale. Die also nicht.

Angelique Kerber auch nicht, obwohl der deutsche Tennisstar bei den Australian Open an der Finalteilnahme schnupperte. Um dann knapp zu scheitern. Schon eher Thomas Dreßen, ein junger deutscher Skifahrer, der auf der Streif in Kitzbühel zum Sieg raste.

Aber mir fallen noch eher Zuschauer und Verantwortliche der Fußball-Zweitligisten Darmstadt 98 und 1. FC Kaiserslautern ein. Als Lauterns Trainer Jeff Strasser in der Halbzeit eine Herzattacke erlitt – Gott sei Dank geht es ihm dem Vernehmen nach wieder besser – waren sich die beteiligten Klubs schnell einig, die Partie abzubrechen, die Fans sangen gemeinsam „You’ll never walk alone“. Wichtig – oder wichtiger – ist manchmal auch neben dem Platz.

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