Nachspielzeit: Daumendruck, Routine, Ehrgeiz – und notwendige Worte

Rainer Henkel

Das Daumendrücken beginnt heute Nachmittag: Die Sportschützen der SGi Mengshausen müssen in Kevelaer, so scheint’s, mindestens eins ihrer beiden Duelle gewinnen, um erstklassig zu bleiben.

Die Begegnung am Sonntag gegen Braunschweig dürfte dabei die einfachere Aufgabe sein, verglichen mit dem amtierenden Meister Elsen, den das Team am Samstag vorgesetzt bekommt. Wir warten auf gute Nachrichten per Facebook oder Twitter vom Niederrhein. Denn unser Bundesligist soll Bundesligist bleiben.

Die kurze Zeit der sportlichen Pause zu Jahresbeginn gibt uns immer wieder Gelegenheit, mal den einen oder anderen Akteur in Mannschaftssportarten etwas näher vorzustellen. Der Zufall wollte es, dass das in dieser Woche ein, Verzeihung, alter Hase und ein, nochmal Verzeihung, junger Hüpfer waren.

Kicker Kerem Kardas denkt mit 40 Jahren längst nicht ans Aufhören. Der Routinier hat schon bei etlichen Klubs in der Region gespielt, unter anderem beim ESV Hönebach und beim VfL Eiterfeld in der Verbandsliga. Derzeit ist er Leistungsträger beim Kreisoberligisten Weiterode.

Leistungsträger – das möchte auch Lasse Reinhardt gern werden. Der 16-jährige Handballer gilt als Riesentalent beim TV Hersfeld, wo er bereits in der A- und B-Jugend wirbelt. Die erste Mannschaft ist sein Nahziel, und gern sähe das Rückraum-Talent sich später einmal höherklassig unterwegs. Das Zeug dazu scheint er zu haben. Wir drücken ihm dabei alle Daumen.

Oft überhartes Einsteigen gegen seine Gegner, der Tritt, der Michael Ballack 2010 die WM-Teilnahme kostete, dazu dieses nervige Image vom coolen Ghetto-Kid – man muss Kevin Prince Boateng nicht unbedingt mögen. Abgesehen davon, dass der „Prince“ auch nicht Jedermanns Liebling sein möchte, muss man dem Fußballprofi von Eintracht Frankfurt allerdings für seine Worte unter der Woche Applaus zollen.

Sowohl zur merkwürdigen Pullover-Werbung von H&M als auch zu erneut rassistischen Ausfällen italienischer Zuschauer gegen einen schwarzen Profi bezog er Stellung und mahnte „eine gemeinsame Front“ gegen Rassismus im Fußball an. „Es reicht jetzt“, sagte er. Dem ist nichts hinzuzufügen.

Und am Wochenende? Nichts los im Sport? Von wegen: Die Fußball-Bundesliga startet wieder, sozusagen in den Endspurt vor dem WM-Sommer. Die heimischen Fußballer kämpfen um den Hallentitel. Wir sind gespannt, wer sich im Spiel auf engstem Raum am geschicktesten erweist.

Und überhaupt: Wer Karten für Sport & Show ergattert hat, der hatte gestern oder hat heute ohnehin was Tolles vor.

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