Nachspielzeit: 8. Juli – ein historisches Datum

Hartmut Wenzel

Mit dem großen Fußball und dem 8.Juli als historisches Datum für noch größere Spiele, hat sich der Autor unserer Wochenend-Kolumne befasst.

Der 8. Juli ist ein geschichtsträchtiger Tag für den deutschen Fußball. Einer, den sich alle Fans rot im Kalender anstreichen sollten. Denn an diesem Datum jährt sich nicht nur die mit dem WM-Sieg 1990 verbundene „Nacht von Rom“ (in diesem Jahr schon zum 30. Mal) sondern auch die „Wahnsinns-Nacht von Belo Horizonte“ – das 7:1 gegen Brasilien im Halbfinale bei der Weltmeisterschaft 2014. In Worten: SIEBEN zu EINS – ein epochales Ergebnis. Alles war bisher schon dagewesen – nur das NICHT!

Dieses 7:1 ist ein Stück Fußballgeschichte. Es fand überall in der Welt Anerkennung. Und Fußball-Deutschland schwelgte in Glückseligkeit. Selbst die Amerikaner ließen das Empire-State-Building in New York in der Nacht in Schwarz-Rot-Gold erstrahlen. Sowohl in Rom als auch in Belo Horizonte waren mit Uwe Bein und Shkodran Mustafi zwei erfolgreiche Fußballer zumindest im Kader dabei, die ihre Wurzeln im Kreisgebiet haben. Bein ist aus Lengers, Mustafi aus Bebra. Die beiden waren hautnah dran an den großen Geschichten im Fußball. Nicht ohne Grund ist der Kreis auch ein bisschen stolz auf seine beiden Weltmeister.

Ja sicher – den Brasilianern war schon einmal

der WM- Sieg direkt vor der Nase weggeschnappt worden. Das war 64 Jahre zuvor. Bei der Weltmeisterschaft 1950 siegte Nachbar Uruquay im Maracana-Stadion in Rio de Janeiro vor 200 000 Zuschauern mit 2:1 im letzten Spiel der Finalrunde. Wie auch an diesem Tag flossen wieder dicke Tränen bei der großen Fußballnation. Aber 2014 war die Selecao vom Ergebnis her im wahrsten Sinne des Wortes am Boden zerstört worden. Dieses 7:1 mit fünf Toren in 20 Minuten brach alle Rekorde – etwas Unfassbares war Wirklichkeit geworden.

Aber es sprach für die deutschen Fußballer, dass sie im Moment des Sieges ein Herz für die Verlierer fanden und sie in der Stunde ihrer schlimmsten Niederlage noch auf dem Platz trösteten. Diese Demutsgeste im Angesicht der schlimmsten Niederlage für den Gegner fand viel Beachtung. Im Endspiel gegen Argentinien zeigten die meisten brasilianischen Fans Symphatien für die deutschen Farben und die Spieler. Genau wie 1990 waren es Philipp Lahm und Co., die zum Schluss den Pokal in den Händen hielten. Es ist doch immer wieder schön, in Erinnerungen zu schwelgen. Bleiben Sie gesund!

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