Louis Fuchs wagt den nächsten Schritt

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Im Dress seines neuen Vereins SC Paderborn 07: Louis Fuchs (in Rot) in Aktion, hier im Testspiel gegen den VfL Osnabrück. 

Louis Fuchs aus Bd Hersfeld spielt künftig in der Juniorenmannschaft des SC Paderborn Fußball.

Bad Hersfeld – Als 16-Jähriger ist er 1,88 Meter groß. Doch das zählte in diesem Moment nicht. Louis Fuchs, Nachwuchskicker in Diensten des KSV Baunatal, freute sich im Februar vergangenen Jahres auf ein Probetraining beim Bundesligisten Borussia Möchengladbach. Drei Tage vor diesem Termin passierte es: Der Heranwachsende erlitt einen Riss des Innenmeniskus. „Am 8. März wurde ich operiert“, sagt Louis. Sieben Monate musste er pausieren.

Angebote aus Erfurt, Darmstadt, Paderborn und vom 1. FC Köln lagen ihm vor – sein Opa Manfred Stiel mag innerlich gejubelt haben, schließlich ist seine Nähe zum „Effzeh“ hinterlegt. Doch zu einem Wechsel kam es nicht. Louis durchlebte keine einfache Zeit.

„Ich habe gehofft, noch Fußball spielen zu können“, erinnert er sich. Wertvolle Unterstützung erhielt er vom Hersfelder Physiotherapeuten Alexander Bovel. Seine schulischen Leistungen ließen in dieser Phase nach. Er musste das Schuljahr wiederholen. Damit es niemand falsch versteht: Der 16-Jährige ist ein guter Schüler, „jetzt ist alles wieder top“, sagt der Gymnasiast.

Vor vier Jahren wechselte er vom FSV Hohe Luft zum KSV Baunatal. „Ich bin weggegangen, um besser zu werden“, erklärt er bestimmt. Er benötigt nicht viele Worte, um seine Aussagen zu unterstreichen. Beim KSV entwickelte er sich in seinem ersten Jahr zum Leistungsträger – und nach seiner Verletzungspause zog ihn der KSV in die U17 hoch. Am 17. November vergangenen Jahres kehrte er für einen Tag als Kicker nach Hohe Luft zurück: Im Hessenpokal setzte sich Baunatal beim JFV Bad Hersfeld mit 2:1 durch – nach zwei Fuchs-Toren.

Und mit Beginn dieser Saison wagte der 16-Jährige einen weiteren Schritt: Er wechselte ins Nachwuchsleistungszentrum des Bundesligisten SC Paderborn 07. Das ist kürzlich mit drei Sternen ausgezeichnet worden – die höchste Stufe, die es für Nachwuchskicker in Deutschland gibt. Ayhan Tumani wird dort als „der neue Mann für die Talente“ wertgeschätzt; er überzeugte auch Louis Fuchs von einem Wechsel.

Paderborns U17 kickt nicht in der Bundesliga, aber in der Westfalen-Liga – als Sprungbrett in den Profifußball taugt sie allemal. „Mein Ziel ist es, mit dem Fußball Geld zu verdienen“, betont der 16-Jährige. Seine aktuelle Form ist gut, „Louis steht voll im Saft“, erklärt sein Vater Ulrich, einst Handballer beim TVH und dem TV Eitra. Schnell gewinnt man den Eindruck: Louis fühlt sich gut aufgehoben in Paderborn.

An Unterstützung mangelt es dem jungen Hersfelder nicht. „Die Frage, wie viele Kilometer wir im Jahr mit dem Auto zurücklegen, stellt sich für uns nicht“, klingt Ulrich Fuchs überzeugt. Mit „wir“ meint er auch seine Ehefrau Christiane, einst eine bekannte Handballerin in Bad Hersfeld. „Wir sagen: Mach’ es. Mach dir keinen Kopf. Wir holen dich und bringen dich.“

Sein Sohn ist jetzt für sich selbst verantwortlich. „Er muss seine Sachen selbst waschen“, bemerkt sein Vater. Darüber, ob Louis zurechtkommt, machte er sich keine Gedanken. „Er ist pünktlich, zuverlässig und strukturiert.“ Wie ein Tag im Leistungszentrum aussieht, das weiß Louis noch nicht so genau. Zur Probe hat er an diesem Rhythmus drei Tage lang gerochen.

Seine Spielposition liegt im Sturm, „auf der Zehn oder dem rechten Flügel“. Besser noch, wenn Louis das Gefühl für Räume entwickeln darf, so wie es sein „Lieblingsspieler“ Marco Reus aus Dortmund tut. Hauptsache, der 16-Jährige bleibt in Zukunft von einer schwerwiegenden Verletzung verschont.

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