Lispenhäuser Sportakrobatinnen: Wie zwei Schwestern

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Aus dem Balanceprogramm: Leonie Klingenhöfer (unten) und Sarah Janczik von der TG Lispenhausen bei ihrer Darbietung.  

Lispenhausen. Eine Winzigkeit hat gefehlt zur Medaille. Aber das macht Leonie Klingenhöfer und Sarah Janczik, die jungen Sportakrobatinnen aus Lispenhausen, nicht wirklich traurig.

Denn ein vierter und zwei fünfte Plätze bei den Deutschen Meisterschaften, das ist ein Riesenerfolg für die beiden Sportakrobatinnen der TG Lispenhausen. Einer, der zudem Appetit auf mehr macht, wie Trainerin Birgit Klingenhöfer betont: „Die Deutschen sind nächste Saison wieder ein Ziel“, sagt sie und ist sich einig mit den beiden jungen Athletinnen.

Die auf den ersten Blick sehr unterschiedlich wirken: Leonie ist 23, die viel kleinere Sarah ist 13. Der Älteren kommt die Aufgabe zu, die Jüngere bei Balance- und Dynamik-Elementen, aus denen die Sportakrobatik besteht, zu heben, zu halten, in die Luft zu katapultieren – und sicher zu fangen. Vertrauen ist alles – und wer die beiden jungen Sportlerinnen zusammen erlebt, der spürt: Dieses Vertrauen ist da.

„Ich habe höchsten Respekt vor Sarahs Leistung und Mut“, sagt Leonie, die seit 16 Jahren aktiv ist selbst jahrelang „Oben-Partnerin“ war. Sarah, seit sechs Jahren als Sportakrobatin dabei, erklärt glaubwürdig: „Unser Training ist toll, um den Kopf wieder frei zu bekommen. Wir lachen viel zusammen.“ Und Leonie ergänzt: „Sarah ist sowas wie meine kleine Schwester.“

Geboren wurde die sportliche Partnerschaft der beiden vor eineinhalb Jahren aus der Not, wie sie schildern. Ursprünglich waren sie in einem Dreierteam mit einer weiteren Akrobatin unterwegs, die dann verletzungsbedingt den Sport aufgeben musste. „Wir haben es zu zweit versucht und gemerkt: Das passt“, strahlt Sarah.

Leonie Klingenhöfer ist im Team für die Choreografie zuständig, die Elemente, die sie zeigen, wählen beide aber zusammen aus. „Eine Chefin gibt es nicht im Team“, versichern sie.

Leonie ist schon erfahren

Damit fahren sie gut. „Bei den Hessischen Meisterschaften waren sie in Balance-, Dynamik- und Kombinationswertung jeweils Zweite“, erzählt Trainerin Birgit Klingenhöfer. Da sei in den Sommerferien der Plan gereift, es bei den Deutschen Meisterschaften in Dresden zu versuchen. Leonie ist auch deswegen die Erfahrenere, weil sie ihre Mutter bei deren Tätigkeit als Kampfrichterin schon auf einigen großen Wettkämpfen begleitet hat. Sarah dagegen gibt zu: „Das war schon alles ungewohnt, ich war sehr aufgeregt.“

„Wir haben unsere Chancen schon realistisch eingeschätzt“, erklärt Birgit Klingenhöfer. „Die beiden trainieren vier Stunden in der Woche. Das ist bei den Konkurrentinnen manchmal das Tagespensum.“ Ein winziger Fehler in der Balance-Übung – Birgit Klingenhöfer: „Bei Hessischen Meisterschaften wäre das durchgegangen“ – kostete die beiden den Bronzeplatz. Vierte wurden sie, Fünfte jeweils mit ihrer Dynamik- und Kombinationsdarbietung.

Jetzt ist die Saison beendet. Zweite wurden sie im letzten Wettkampf, dem Horst-Stephan-Pokal. 2019 Jahr wollen Leonie und Sarah es noch einmal bei den Deutschen versuchen. Und sind sich sicher: „Dann wird es noch besser.“

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