Hersfelder Paar hofft, dass es bald wieder selbst aufs Parkett darf

Tanzsport: „Let’s Dance“ ist für Ankenbauers Pflichtprogramm

Turnierpaar DES TSC Rot-Weiß Bad Hersfeld: Gabriele und Gerhard Ankenbauer.
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Turnierpaar DES TSC Rot-Weiß Bad Hersfeld: Gabriele und Gerhard Ankenbauer.

Hersfeld-Rotenburg – Am 15. März des letzten Jahres hatten Gerhard und Gabriele Ankenbauer einiges vor: An diesem Tag wollte das Standardpaar des TSC RW Bad Hersfeld den Aufstieg in die höchste deutsche Tanz-Klasse ihrer Altersgruppe schaffen. Doch dann kam die Corona-Pandemie – und mit ihr die Absage aller weiteren Turniere. Was dies bedeutet hat und einiges mehr haben beide im Interview erzählt.

Freitagabends läuft auf RTL derzeit mal wieder die Tanzshow „Let’s Dance“. Schauen Sie zu?

Aber selbstverständlich, von der ersten Staffel an.

Macht die Show den Tanzsport populärer?

Vermutlich schon - auch wenn es natürlich schwer auf Show getrimmt ist und mit dem normalen Tanzsport wenig zu tun hat. Trotzdem ist es wirklich bewundernswert, was man in so ein paar Wochen alles schaffen kann. Das ist schon toll.

Führt der Tanzsport in Ihren Augen ein Schattendasein?

Früher wurde im Fernsehen mehr gezeigt, da waren auch Turniere zu sehen. Das gibt es in der Form ja schon seit Jahren nicht mehr und das ist schade. Hier könnte man sicherlich mehr tun, da es einfach ein ganz toller Sport ist.

Führt das nicht zwangsläufig zu Nachwuchssorgen?

Bei uns in Hersfeld sieht es in diesem Bereich in der Tat schlecht aus, in Fulda, wo wir auch Mitglieder sind, ist es besser. Ob das hier an der Gegend liegt, wissen wir nicht, vermutlich ist es aber eher ein grundsätzliches Problem.

Wann haben Sie selbst mit dem Tanzen begonnen?

Das ist eine lustige Geschichte. Wir haben schon immer gerne getanzt und vor unserer Silberhochzeit vor 24 Jahren wollte ich (Frau Ankenbauer, Anmerkung d. Red.) gern noch Samba lernen. Unsere Freunde haben uns dann zur Silberhochzeit einen Tanzkurs in der Tanzschule Harbusch geschenkt und das hat uns so wahnsinnig viel Spaß gemacht, dass wir alle Kurse durchlaufen haben. Zum Schluss waren wir dort im Tanzkreis, aber irgendwann haben wir gemerkt, dass wir auf der Stelle treten.

Und dann?

Dann sind wir in den Tanzsportclub Bad Hersfeld gegangen – und haben dort eigentlich erst richtig tanzen gelernt (lachen). Die Vorsitzende kam irgendwann auf uns zu und meinte, dass wir ihr nächstes Turnierpaar werden sollen. Erstmal haben wir gesagt: Das machen wir nie! Aber dann haben wir es doch probiert und, siehe da, waren gar nicht schlecht. Seitdem sind wir auf Turnieren zu Hause, das ist jetzt fast acht Jahre her.

Sie sind nicht nur auf Turnieren zu Hause, sondern dabei sogar äußerst erfolgreich. Inwiefern hat Sie Corona ausgebremst?

Am 15. März des letzten Jahres hätte die Hessische Meisterschaft stattfinden sollen, aber zwei Tage vorher ist leider die Absage gekommen. Das war schon dramatisch, denn wir hatten uns erhofft, dass wir dort in die Sonderklasse aufsteigen können. Durch die Absage hatten wir dazu keine Chance und seitdem ist turniermäßig auch nichts mehr passiert. Wir trainieren zwar immer wieder, aber nicht so intensiv und natürlich ist es auch etwas anderes, wenn der Ansporn in Form von Turnieren fehlt.

Wie genau trainieren Sie zurzeit?

Derzeit trainieren wir in Fulda, da dort, anders als hier in Hersfeld, die Hallen offen sind. So können wir zumindest privat mit einem Trainer trainieren, natürlich aber mit genauem Plan, also Anmeldung, Karenzzeit zwischen den Paaren und so weiter. Trotzdem ist es durch die langen Ausfälle aber natürlich sehr schwierig, die Choreografie zu behalten und außerdem schaffen wir es jetzt maximal zweimal die Woche zum Training, normalerweise sind es drei- bis viermal. Das ist schon problematisch.

Halten Sie sich denn auch abseits des Tanzparketts fit? Wer einmal richtig getanzt hat, weiß ja, wie anstrengend der Sport ist.

In den letzten Monaten haben wir im Prinzip das getan, was man eben so für sich tun kann: Radfahren, Wandern und Nordic Walking. Außerdem haben wir einen Heimtrainer zu Hause und unser Trainer in Fulda hat uns auch Stretching- und Haltungsübungen aufgegeben. Wir versuchen schon, immer am Ball zu bleiben und uns fit zu halten.

Im Juni wollten Sie nun erstmals wieder ein Turnier in Jena tanzen…

Wir wollten gern, aber nun musste auch dieses Turnier leider abgesagt werden.

Aber Sie geben die Hoffnung nicht auf und haben den Aufstieg fest im Blick?

Natürlich hoffen wir, dass bald viele Menschen geimpft sind und wir dann wieder tanzen dürfen. Und na klar: Wir geben nicht auf und wollen baldmöglichst aufsteigen. (Kristina Marth)

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